Erfindungen

Sitzt, passt und wackelt nicht!


Der Dübel wird 50 Jahre alt. Er hat viele Nachkommen ...

Waldachtal. Eine Hanfstange, umgeben von einer Blechhülse – so ungefähr sahen die „Dübel“ der Nachkriegszeit aus. Ob ein Regal damit hielt, war von Glück und Geschick abhängig: Die „Dübel“ mussten erst eingepasst und zugeschnitten werden. Keine leichte Aufgabe! Bis die Rettung kam. 1958 erfand Artur Fischer, „Erfinderkönig“ mit über 1.000 Patentanmeldungen, den Spreizdübel aus Nylon.

Das Material, vor allem für Damenstrumpfhosen bekannt, sollte schwerste Lasten halten? Kritiker waren skeptisch, doch der kleine graue Kunststoff-Dübel aus dem Waldachtal trat seinen Siegeszug um die Welt an. Heute produzieren die Fischerwerke weltweit täglich über 14 Millionen Befestigungslösungen. Kunststoff, Stahl und Chemie, etwa in Form von Klebmörtel werden dabei verarbeitet.

Dass Standarddübel längst auch von vielen anderen Herstellern angeboten werden, ist für das Unternehmen nicht weiter tragisch. Denn seit damals wurden immer wieder neue Pferde ins Rennen des globalen Wettbewerbs geschickt: Der Bereich Befestigungstechnik fertigt heute über 6.000 Produkte. Hinzu kommen Konstruktionsspielzeug (Fischertechnik) und Auto-Komponenten.

Lösungen für ganz neue Probleme

Seit 1980 führt Artur Fischers Sohn Klaus Fischer das Unternehmen. „Wir müssen weit voraus denken, um zu wissen, was unseren Kunden in 10, 15 Jahren wichtig sein wird“, beschreibt Klaus Fischer die Strategie des Unternehmens.

Kundennahe Lösungen sind das Ergebnis. Etwa der „Thermax“, der das Problem von Kältebrücken bei gedämmten Fassaden elegant umgeht – zum Beispiel beim Anbau einer Markise. Ein langer Stahlanker befestigt die Markise im Mauerwerk, ein Außenanker hält den Schattenspender an der Hauswand.

Die Anker berühren sich nicht, sondern werden in ein Kunststoffgewinde gedreht, das die Temperaturen nicht leitet. Dieses System reißen die Markisenbauer Fischer fast aus den Händen.

Unter den rund 6.000 Nachkommen des Dübels findet sich aber auch ein System, mit dem Glasfassaden befestigt werden können, ohne von Schrauben durchbohrt zu werden. Oder Dübel, die Wind und Wetter trotzen. Sie kamen zum Beispiel bei dem riesigen Viadukt im südfranzösischen Millau zum Einsatz, um die Rettungsleitern zu befestigen.

Für den Heimwerker ist der „Flüssigdübel fill & fix“ besonders interessant: Er ist von einer Füllmasse umgeben, die sogar in ausgerissenen Bohrlöchern hält.

Rut Katzenmaier

 

Info: Fischerwerke GmbH &  Co. KG

Das Unternehmen beschäftigt weltweit 3.800 Mitarbeiter, davon 1.200 am Stammsitz in Waldachtal. Drei Viertel des Umsatzes machen die Fischerwerke mit Befestigungssystemen.

www.fischer.de

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