RSS Feed abonnieren
Feedback senden

Glänzendes Geschäft

Silberbesteck für die edle Tafel: Das macht die Manufaktur Reiner noch in Handarbeit

Egal, ob modernes Design oder das Erbstück von der Oma: Die Manufaktur Reiner in Krumbach fertigt mehr als 2.900 Besteckserien – und ist Anlaufstelle für alle, die für das geerbte Tafelsilber Ersatzteile brauchen.

Schritt für Schritt: Aus Silberblech entsteht eine Gabel. Foto: Weizenegger

Schritt für Schritt: Aus Silberblech entsteht eine Gabel. Foto: Weizenegger

Polieren: Zum Schluss wird das Metall geschliffen, bis es blitzt. Foto: Weizenegger

Polieren: Zum Schluss wird das Metall geschliffen, bis es blitzt. Foto: Weizenegger

Edle Auswahl: Rund 2.500 verschiedene Besteckmuster kann die Silbermanufaktur Reiner in Krumbach realisieren. Foto: Weizenegger

Edle Auswahl: Rund 2.500 verschiedene Besteckmuster kann die Silbermanufaktur Reiner in Krumbach realisieren. Foto: Weizenegger

Krumbach. So mancher hütet zu Hause wertvolles Silberbesteck. Vermutlich glänzt es nicht mehr wie früher, unter Umständen ist ein edler Löffel verloren gegangen. Hilfe gibt es bei der Gebrüder Reiner Silbermanufaktur in Krumbach nahe Augsburg. Die Firma liefert Nachschub für Silberbesteck klassischer, formenreicher Muster wie „Faden“ oder „Spaten“. Sie hat aber auch moderne Serien im Angebot – inspiriert vom Bauhausgedanken und ausgezeichnet mit Designpreisen.

Konstanz ist dabei ein wichtiges Kriterium. Das gilt in der Produktion: Die Firma garantiert, dass der Kunde über Jahre hinweg Besteck nachkaufen kann. Und es gilt personell: Seniorchef Rainer Liebenberg leitet die Firma seit einem halben Jahrhundert. Mittlerweile unterstützt ihn sein Sohn in der Geschäftsführung.

Liebenberg hat erfolgreiche Serien anderer Besteckfabriken aufgekauft, die in den letzten Jahrzehnten aufgegeben haben. Das erklärt die große Auswahl: 2.500 Kollektionen bietet die Firma heute! Und es sagt viel über das Durchhaltevermögen der Familie, die nie ans Aufgeben dachte und stets einen Weg gefunden hat, erfolgreich zu bleiben. Aktuell setzt die Silbermanufaktur vor allem auf Einzelstücke wie Tauflöffel, die Großeltern in Auftrag geben und gravieren lassen. Ein Großteil dieses Geschäfts läuft über Fachhändler, die Ansichtsmodelle bereithalten.

An der Herstellung einer Silbergabel sind bis zu sechs Mitarbeiter beteiligt

Auch Reiner hat allerdings unter dem Trend zum günstigen Stahlbesteck stark gelitten. Von den früher 75 Mitarbeitern der 1874 gegründeten Firma (Reiner zählte einst zu den Vorzeigebetrieben der Metallindustrie in der Region) sind nur 10 geblieben.

Bis zu 6 Mitarbeiter sind an der Herstellung einer Gabel beteiligt. Die Rohlinge werden geschnitten und unter Hitze und Druck weiterverarbeitet: Pressen, Prägen, Stanzen, Schleifen, dann Polieren, bis alles glänzt. Auf Billig-Produktion wollten sich die Krumbacher nie einlassen. Bis heute fertigen sie nur Besteck aus Silber oder versilberte Löffel, Gabeln und Messer.

Berührungsängste gegenüber Silberbesteck kann Liebenberg nicht nachvollziehen: Es sei sehr hygienisch, da die Silberionen Bakterien abtöten würden. Und es dürfe sogar in die Spülmaschine: „Tägliches Benutzen erspart das Putzen! In der Schublade ärgert sich Silberbesteck nur schwarz.“


Mehr zum Thema:

Nur grillen war gestern: Barbecue-Fans rüsten kräftig auf. Denn in vielen Gärten steht jetzt neben dem Grill die Outdoorküche samt Spüle und Arbeitsplatte. Was hinter dem neuen Lifestyle-Trend steckt.

Diese Beiträge könnten Sie auch interessieren:

Zum Anfang