Planspiel

Sie wollen nicht nur spielen


Mit einem Bewerbungsplanspiel werden Neuntklässler fit gemacht

Hildesheim. „Sie haben da einen Fleck auf dem Hemd.“ So ein Satz kann einen ganz schön aus dem Konzept bringen. „Im Ernst“, wiederholt Oxana Klein von der Stiftung NiedersachsenMetall, „da ist wirklich einer.“

Es geht darum, sich gut zu präsentieren

Der Fleck ist echt – aber zum Glück nicht das Bewerbungsgespräch. Denn dies ist ein Planspiel: Zwei Tage lang haben sich die Neuntklässler der Realschule Himmelsthür in Hildesheim auf ihr Gespräch vorbereitet. Sie haben ihre Mappen auf Vordermann gebracht, einen Wissenstest absolviert und sich von ihren „Coaches“ vorab mit Fragen löchern lassen, die auch im Gespräch drankommen könnten.

Die „Coaches“ sind Mitschüler. Unter Anleitung von Lehrern und Spielleitern haben sie ihren Kandidaten so gut wie möglich auf den Wettstreit um einen der begehrten Ausbildungsplätze vorbereitet. Die Realschule Himmelsthür nimmt als eine von drei Schulen landesweit an dem Pilotprojet der Stiftung NiedersachsenMetall teil. Ziel: die Schüler möglichst lebensnah auf die Suche nach einem Ausbildungsplatz vorzubereiten.

Der 16-jährige André ist dafür extra in Stoffhose und weißem Hemd zur Schule gekommen. Er nimmt das Planspiel sehr ernst, schließlich wird er sich bald wirklich bewerben. „Anders als bei anderen Trainings geht es hier nicht nur um die schriftliche Bewerbung, sondern auch darum, sich gut zu präsentieren.“

Dabei komme es mehr auf Motivation und Begeisterung für die künftige Tätigkeit an als auf perfekte Vorkenntnisse, betont Stiftungsmitarbeiter Mark Appun-Schönwälder. „Über kleine Wissenslücken kann man im Bewerbungsgespräch erstmal noch hinwegsehen.“ Und über einen kleinen Fleck vielleicht auch. Zumindest im Planspiel.

Sara Reinke

 

Artikelfunktionen


'' Zum Anfang