Führungskraft Frau

"Sie ist die Mutter des Unternehmens"


Firmen-Chefin Dagmar zur Nedden ist der Kontakt zu den Mitarbeitern wichtig

Melle. Wer mit Dagmar zur Nedden durch die Fertigung der Westland Gummiwerke geht, muss sich Zeit nehmen. Hier ein Handschlag, da ein Hallo, am nächsten Arbeitsplatz folgt ein Gruß an Frau und Kinder. Die Senior-Chefin sucht den persönlichen Draht zu jedem Mitarbeiter.

Glauben, Mut und Hartnäckigkeit

Sie weiß viel über jeden Einzelnen, Berufliches wie auch Privates. Wer länger krank ist, den besucht sie daheim. Zu Weihnachten gibt es persönliche Briefe. „Wir kennen uns schließlich schon seit vielen Jahren.“ Ihr Vertriebsmitarbeiter Guido Kleine-Kalmer, er ist seit 20 Jahren im Betrieb, sagt: „Sie ist die Mutter des Unternehmens.“

Durch den plötzlichen Tod ihres Mannes übernahm sie von heute auf morgen die Rolle der Unternehmerin. Aufgeben, das kam nicht infrage.

Mit viel Glauben, Mut und Hartnäckigkeit ist es ihr gelungen, dem Profil der Westland Gummiwerke in den letzten Jahrzehnten einen neuen Schliff zu geben.

Dagmar zur Nedden erinnert sich noch gut daran, als sie bei einer Urlaubsreise in Heidelberg  vor  den  Werktoren  der Heidelberger Druckmaschinen stand und sich schwor: „Eines Tages werde ich denen Walzen verkaufen.“

Das ist fast 30 Jahre her, längst gehört der Maschinenbauer zu den größten Kunden von Westland.

„Walzen muss man lieben“, sagt sie. „Das ist kein Oneway-Produkt.“ Haben sie ihren Dienst getan, kommen sie zu Westland Gummi zurück und werden wieder runderneuert.

Lotusblüten auf der Walze

Gummi ist nicht gleich Gummi. Den Werkstoff zu optimieren,  ist  eine  der  Aufgaben  der 17 Westland-Ingenieure. Zum Beispiel wurde der Lotusblüten-Effekt nachgestellt. Da perlt der Wassertropfen von der Oberfläche des Blattes ab. „So ähnlich funktionieren auch unsere neuesten Walzenwerkstoffe.“

Die innovativen Walzen aus Melle gehen neben dem Maschinenbau auch in die Haushaltsgeräte-, Armaturen- und andere Zulieferindustrien.  „Weil wir sehr eng mit den Kunden schon bei der Produkt-Entwicklung zusammenarbeiten und immer höhere Anforderungen erfüllen können, haben wir großen Erfolg am Markt“, erklärt die Geschäftsführerin.

Sie weiß: „Die Mitarbeiter sind unser größtes Kapital.“ Aber auch das soziale Engagement wird in Melle groß geschrieben. Deshalb hat sie einer gemeinnützigen Gesellschaft Werkbänke, Maschinen und Aufträge zur Verfügung gestellt. Geistig und körperlich Behinderte arbeiten mitten in der Westland-Produktion.

Für sie nimmt sich Dagmar zur Nedden besonders viel Zeit beim Rundgang durch die Fertigung. 

Werner Fricke

 

Info: Westland Gummiwerke GmbH

Das Stammhaus des Unternehmens liegt in Melle bei Osnabrück. Die 300 Mitarbeiter fertigen Walzengummierungen für die Druckindustrie, den Maschinenbau, die Haushaltsgeräte-, Armaturen- und Zulieferindustrie. Außerdem bietet Westland Elastomer-Formteile an.

Produktionsstandorte gibt es außerdem in Fürstenau (100 Mitarbeiter) und Tschechien (180 Mitarbeiter). Sieben Tochterunternehmen in Europa sorgen für den Service vor Ort.

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