Familienbetrieb liefert hochwertige Hüllen für Dokumente und Ausweise

Seit Kaisers Zeiten Spezialist für Transparentfolien: Langheck + Co in Esslingen

Esslingen. Jede Schweißnaht auf der Folienmappe muss exakt sitzen. Ist das der Fall? Mit einem raschen Blick überzeugt sich Jürgen Diefenbacher: Alles sitzt – die Produktion kann weiter laufen.

Der Maschinenführer arbeitet bei Langheck + Co in Esslingen (nahe Stuttgart), in der ältesten Transparentfolien-Fabrik der Welt. Hier werden aus Kunststofffolien hochwertige Spezialhüllen hergestellt, zum Beispiel fürs Schützen oder Präsentieren von Dokumenten. Bearbeitet werden verschiedene Kunststoffe, darunter Polyvinylchlorid (PVC), Polypropylen (PP) und Polyethylen (PE). Mitarbeiter Diefenbacher ist Spezialist fürs Hochfrequenzschweißen und das Verarbeiten von PVC-Folien. Worauf es ankommt: Beim Schweißen der Nähte darf die Folie ausschließlich an zuvor festgelegten Stellen verschweißen.

Viele Mitarbeiter sind flexibel einsetzbar

Verwendet werden strapazierfähige und recycelbare Materialien: Es geht um Langlebigkeit. „Mit billiger Massenware aus Fernost, die meist schnell kaputtgeht, haben unsere Produkte nichts gemein“, sagt der geschäftsführende Gesellschafter Andreas M. Langheck, der das Unternehmen gemeinsam mit seinem Vater Jürgen W. Langheck leitet. In Supermärkten oder Discountern wird man Produkte von Langheck deshalb nicht finden. Das Traditionsunternehmen entwickelt und fertigt ausschließlich „custom made“ – also auf Kundenwunsch, und das ab Stückzahl: eins.

So entstehen zum Beispiel mit Firmenlogos bedruckte Hüllen zur Aufbewahrung von Dokumenten, Einleger für Präsentationsmappen, Hüllen für Mitgliedsausweise und so fort. Angefangen hat das alles um 1880, als Firmengründer Johannes Langheck auf Basis von Gelatine die erste transparente Folie der Welt entwickelte. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts kamen dann Produkte aus Zellglas (Cellophan) hinzu, in den 50er-Jahren weitere Kunststofffolien.

Vieles ist längst automatisiert, für die Konfektion ist aber nach wie vor auch Handarbeit nötig. Unter den knapp 30 Mitarbeitern im Familienbetrieb sind etliche Allrounder, die mehr als eine Maschine bedienen können. Was der Firma ebenfalls hilft: Kunststofffolien haben weltweit ein ähnliches Preisniveau, Konkurrenz etwa aus Fernost bekommt das Material laut Andreas Langheck also auch nicht viel billiger. „Wo es nicht um Massenprodukte geht, da können wir international mithalten – und mit Qualität und Flexibilität punkten.“

Anders ist das bei den Lohnkosten: „Jeder zusätzliche Prozentpunkt tut weh“, so der Unternehmer, „denn höhere Preise sind am Markt kaum durchsetzbar.“ Was ihn daher besonders stört: „Wir zahlen ordentliche Tariflöhne. Und dann kaufen ausgerechnet öffentliche Verwaltungen ihr Material in Ländern ein, in denen die Löhne viel niedriger sind – das ist schon bitter.“


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