Azubi-Power

Seit 40 Jahren bildet der Baby-Produkte-Hersteller Mapa in Niedersachsen aus


Zeven. Stolz hält Jana Struß (21) einen der rosaroten Schnuller in die Kamera: „Sie fallen hier quasi im Sekundentakt am Ende der Montagelinie in eine große Tüte.“ Die angehende Verfahrensmechanikerin beim Baby-Produkte-Hersteller Mapa in Zeven (Niedersachsen) kann heute zeigen, was sie schon gelernt hat. Gemeinsam mit Werner Brüning, einem der technischen Ausbilder, erläutert sie die heutige Technik einer ihrer Vorgängerinnen: Agnes Hildebrand, die im Jahr 1978 bei Mapa gelernt hat.

Anlass für die ungewöhnliche Zusammenkunft von ehemaligen und gegenwärtigen Auszubildenden ist das Jubiläum „40 Jahre technische Ausbildung“. 130 Mitarbeiter und Gäste sind gekommen, um zu feiern und sich kennenzulernen. Mit der Ausbildung hat Mapa 1973 begonnen, zeitgleich mit der Gründung einer eigenen Abteilung für Maschinenbau.

Von insgesamt 192 Ex-Azubis sind 70 noch im Unternehmen

„Damals haben wir die Sauger noch von Hand hergestellt und poliert“, erinnert sich Brüning – der auch selbst vor 40 Jahren hier startete und seit 30 Jahren Ausbilder ist. Er hat in all den Jahren schon einige Umbrüche miterlebt: So löste 1987 der „Industriemechaniker“ den Beruf Maschinenschlosser ab, seit 1994 werden „Energieelektroniker“ ausgebildet, und 1998 wurden aus Kunststoffformgebern „Verfahrensmechaniker für Kunststoff- und Kautschuktechnik“.

Besonders spannend wurde es 1978, als Mapa als eines der ersten Unternehmen der Branche weibliche Lehrlinge einstellte. Wie eben Agnes Hildebrand: „Das war eine tolle Zeit“, erinnert sie sich. „Alle nahmen uns gut auf, es gab aber keine besonderen Rücksichten.“ Weil ihr die Arbeit körperlich zu anstrengend war, brach sie damals die Ausbildung schließlich ab.

Aber die Zeiten haben sich geändert: Jana Struß bleibt dabei. Die Auszubildende im dritten Lehrjahr hat ihr Ziel deutlich vor Augen: „Über meinen Stiefvater hatte ich das Berufsfeld kennengelernt und wollte unbedingt etwas Praktisches machen. Außerdem ist es toll, mit vielen männlichen Kollegen zu arbeiten – da gibt es kein Gezicke.“ Aktuell bildet Mapa am Stammsitz Zeven (674 Mitarbeiter) allein in den technischen Berufen 21 junge Menschen aus. „Pro Jahr bieten wir etwa 6 technische Ausbildungsplätze an, für die wir durchschnittlich 60 Bewerber haben“, berichtet Personalleiter Heinrich Krange.

Die Bilanz der letzten 40 Jahre: 192 Auszubildende haben bei Mapa technische Berufe gelernt – und 77 von ihnen arbeiten nach wie vor im Unternehmen. Einer von diesen „Treuen“ ist Eckhard Itzek. Von 1980 bis 1983 hat er hier gelernt, heute leitet der Diplomingenieur die technische Entwicklung.

Eine Ausbildung, betont er, müsse breit angelegt sein. Man müsse Spaß haben, gemeinsam Ideen entwickeln, die Wurzeln des Berufs kennenlernen. „Trotz aller technischen und digitalen Entwicklungen sägen unsere Azubis auch mal Stahl mit der Hand. Und schulen so ihr Gefühl für Material und Prozesse.“

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