Firmen-Jubiläum

Seit 100 Jahren bringt das Familienunternehmen Schmelzer Metall in Form


Waldershof. Die Nobelherberge Adlon in Berlin ist weltbekannt. Was wenige wissen: Ihr Dach wird geschmückt von handwerklicher Metallverarbeitung allererster Güte aus Waldershof, Oberpfalz – die Firma Ambros Schmelzer verlegte 6.000 Quadratmeter patiniertes Kupfer.

„Das war 1997 ein Wahnsinnsprojekt“, berichtet Inhaber und Geschäftsführer Gerhard Schmelzer. „Vier Monate waren wir vor Ort.“ In der Folge hätte man noch weitere, ähnliche Projekte starten können. „Wir hatten sogar die Anfrage, derartige Spenglerarbeiten am Reichstag zu machen.“

Mit diesem Handwerk hatte Schmelzers Großvater begonnen, der die Firma 1913 gründete. Sie beschäftigt aktuell 110 Mitarbeiter in Waldershof und weitere 120 in Tschechien – und übernimmt Spenglerarbeiten nur noch für Sanierungen von Flachdächern. Denn man konzentriert sich mittlerweile auf andere Geschäftsfelder wie den Rohrleitungs- und Anlagenbau.

Zum Angebot gehören bis zu 50 Meter hohe Kamine für Asphaltmischwerke, Entstaubungsanlagen, etwa für ein riesiges Spanplattenwerk von Ikea in Polen, oder Systeme für Biogas-Anlagen und Blockheizkraftwerke, um deren Abwärme zu nutzen.

12 Meter lange Rohre auf Kundenwunsch

Speziallösungen sind der Alltag. „Wir bieten zum Beispiel als Einzige spiralgeschweißte Rohre mit zwölf Metern Länge an“, so Keck. Die Vorteile: keine unrunden Stellen, weniger Verbindungsstücke und schnellere Montage. Anregungen von Kunden werden weiterentwickelt: zu mittlerweile 16 Patenten und Gebrauchsmustern.

Vom Umsatz, der letztes Jahr bei 20 Millionen Euro lag, kommen 40 Prozent aus der Sparte Agrartechnik. Schmelzer ist in Deutschland der marktführende Zulieferer für sogenannte Flachlager: „Die lassen sich anders als Rundsilos auch als Maschinenhallen nutzen“, so Keck. Der Agrarsparte traut Schmelzer viel zu. Deshalb gibt es neue Vertriebsbüros in Rumänien, Russland und der Ukraine.

Weil die Firma einen eigenen Werkzeug- und Formenbau betreibt, ist ihr Know-how auch auf den Straßen der Welt unterwegs. Etwa in Form des Sterns auf Mercedes-Lkws: Die Werkzeuge, die diese verchromten Kunststoff-Embleme herstellen, kommen aus Waldershof.

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