Routine? Fehlanzeige!

Schweißtechnik: Bei Abicor Binzel gestalten die Mitarbeiter ihre Arbeit selbst

Buseck. Volker Schmidt, Mitarbeiter in der Endmontage von Abicor Binzel in Buseck, fühlt sich sichtlich wohl in seinem Job. Rund um seinen Arbeitsplatz liegen alle möglichen Teile perfekt in Kästen einsortiert. Griffbereit hängen auch Schläuche, Kabel und mehr, damit er schnell nehmen kann, was er für die Endmontage braucht.

„Jeder Schweißbrenner, den ich montiere, ist anders, deshalb ist meine Arbeit ungeheuer vielseitig und macht entsprechend Spaß“, sagt Schmidt.

Routine kommt bei ihm und den Kollegen nicht auf. Eng angelehnt an den Auftragseingang entscheidet man im Team, wer wann und wie lange arbeitet.

Was bis 14 Uhr fertig ist und alle Qualitätsprüfungen ordentlich durchlaufen hat, geht noch am gleichen Tag in den Versand. „Hier weiß jeder, Qualität und Tempo müssen stimmen, denn nur dann ist der Kunde zufrieden“, erklärt Oleg Ackermann, der Teamverantwortliche für die Handbrennermontage.

Schmidt und Ackermann sind Teil der eng verzahnten Abicor-Binzel-Familie mit weltweit rund 1.000 Mitarbeitern. Produziert wird im Stammhaus in Buseck bei Gießen und in Dresden sowie in den USA, Brasilien, Indien, China , Tschechien und Russland.

Das 1945 gegründete Unternehmen gilt als Marktführer für Schutzgas-Schweiß- und Schneidbrenner für die gängigsten Verfahren MIG/MAG, WIG und Plasma. Über 600.000 entsprechende Brenner produziert Abicor Binzel pro Jahr, von der Massenware bis zum kundenspezifischen Einzelstück. Fast 12.000 verschiedene Brenner, Verschleißteile und Zubehörartikel sind im Angebot. Der Umsatz liegt bei 140 Millionen Euro pro Jahr.

Als erster Hersteller hat Abicor Binzel auch Produktentwicklungen zur Gesunderhaltung der Schweißer vorangetrieben, darunter besonders leichte Brenner mit schnell dreh- und wechselbaren Brennhälsen oder auch Brenner mit speziellen Absaugeinrichtungen für Rauchgase.

„Zahlreiche patentierte Entwicklungen von uns prägen die Welt des Schweißens und Schneidens“, betont Geschäftsführer Emil Schubert. Er ist, wie sein Geschäftsführungskollege Torsten Müller-Kramp, promovierter Ingenieur und zudem Professor für Schweißtechnik.

Konsequent tun die beiden alles, damit das Werk Buseck mit seinen 360 Mitarbeitern am Hochlohnstandort Deutschland wettbewerbsfähig bleibt. Bereits im Jahr 2000 wurden ein Rationalisierungsprojekt gestartet und eine schlanke Produktion eingeführt. „Heute haben wir hier eine Vorbildfunktion für unsere anderen Werke“, betont Müller-Kramp.

Die produzieren vor allem Massenware. Im Werk in Tschechien werden beispielsweise Großaufträge abgewickelt wie die Lieferung von mehreren Tausend Schweißbrennern für eine Werft.

In Buseck sitzen dagegen Forschung und Entwicklung, werden Know-how-trächtige Teile und kundenspezifische Sonderanfertigungen hergestellt. „Bei all dem müssen wir weiter innovativ sein, rationalisieren und mit Qualität, Lieferzeit und Service punkten“, betont Müller-Kramp.

Eine der am meisten kopierten Marken

Die innovativen Hessen befinden sich in einem ständigen Wettrennen gegen die Anbieter aus den Billiglohnländern und den Preisverfall. Vor allem China holt stetig auf. Zudem gehören Schweißbrenner von Abicor Binzel zu den meistkopierten Marken der Welt.

Geschäftsführer Schubert: „Wir haben Standards gesetzt, und die schätzen unsere Kunden und leider auch der Wettbewerb.“


Artikelfunktionen


Diese Beiträge könnten Sie auch interessieren:

'' Zum Anfang