Weltmarktführer

Schweißen ist unsere Welt


Brenner von Abicor Binzel gehen aus Hessen rund um den Globus

Buseck. Markus Kallisch ist hochkonzentriert. Ausgerüstet mit Brille und Schutzhandschuhen lötet er Schweißbrennerteile aus Kupfer. Er und seine Kollegen arbeiten  sorgfältig, denn die Kunden erwarten Top-Qualität von den Produkten der Alexander Binzel Schweißtechnik in Buseck. Das Unternehmen ist besser bekannt unter dem Markennamen Abicor Binzel.

Wo immer auf der Welt geschweißt werden muss, sind die Schweiß- und Schneidbrenner und Peripherie-Geräte aus Hessen nicht weit. Für nahezu alle Aufgaben liefert das Unternehmen genau den richtigen Brenner, nach Bedarf  luft- oder flüssiggekühlt. Neben den Handbrennern werden Roboterschweißsysteme und komplette Linien nach Kundenwunsch individuell entwickelt und produziert.

„Wir fertigen täglich Sonderlösungen, pro Jahr mehr als 10.000 Sonderkonstruktionen und Sonderbrenner“, erklärt Emil Schubert, Geschäftsführer Entwicklung und Konstruktion. Das Unternehmen gilt als Weltmarktführer bei Schweißbrennern.

Autobauer setzen auf Teile aus Buseck

Allein 2007 wurden über 500000 Brenner produziert sowie Millionen von Gas- und Stromdüsen. „Unsere Stärke am Standort Buseck liegt jedoch im automatisierten Schweißen“, betont Schubert. Deshalb setzen fast alle Roboter- und Automobilhersteller auf die Produkte aus Buseck.

Die Exportquote liegt schon jetzt bei etwa 85 Prozent und sie soll weiter steigen. In den letzten Jahren wurden über 2 Millionen Euro jährlich allein im Stammhaus investiert. Und es wurde ausgelagert.

Einfachere Teile und Standard-Brenner werden heute vorwiegend im Ausland produziert. Die Endmontage spezieller Produkte und derjenigen mit den höchsten Lieferzeitansprüchen wie auch die Know-how-tragenden Teile blieben in Hessen.

Die Entwicklungsabteilung hat man neu organisiert. Hier wird gemeinsam mit Forschungsinstituten, Hochschulen und Kunden schon an der nächsten Schweißbrenner-Generation gearbeitet.

Hilfreich ist dabei auch ein schweißtechnisches Labor mit Computer- und Messtechnologie  höchster  Präzision. 

Seit Mitte 2007 kümmern sich zudem mehrere Konstrukteure überwiegend um Grundlagen und Neuentwicklungen bei Schweißbrennern. Nehmen die Projekte konkreten Charakter an, werden sie an die eigentlichen Produktentwickler übergeben.

Schubert: „Diese Aufteilung bewirkt bereits jetzt, dass das boomende Tagesgeschäft nicht das komplette Entwicklungs- und Konstruktions-Team mit Beschlag belegt und echte Neuentwicklungen dann auf der Strecke bleiben.“ So soll auch  die Innovationsstärke von Abicor Binzel gesichert werden.

Auf allen Kontinenten vertreten

Die Internationalisierung wurde energisch vorangetrieben. Mit über 30 Tochtergesellschaften und mehr als 20 Exklusivpartnern ist das Unternehmen auf jedem Kontinent vertreten. „Neben den deutschen Niederlassungen Buseck und Dresden betreiben wir  weitere Produktionsstätten – zum Teil mit kleinen Entwicklungsabteilungen – auch in den USA, Brasilien, Indien und China“, so Geschäftsführer Produktion Torsten Müller-Kramp.

Weitere Standorte in Wachstumsregionen sind geplant. Der promovierte Ingenieur: „Nach Schätzungen gibt es etwa fünf Millionen Schweißer weltweit und die brauchen gutes Handwerkszeug.“

Maja Becker-Mohr

 

Info: Abicor Binzel

Das Unternehmen zählt zu den führenden Firmen in der Welt des Schweißens und Schneidens. Seit Ende der 80er- Jahre gehört das ehemalige Familienunternehmen zur Industrie-Beteiligungs-Gesellschaft IBG, Köln. Weltweit beschäftigt die Abicor-Gruppe knapp 900 Mitarbeiter, davon etwa 400 in Buseck. Der Umsatz der gesamten Gruppe lag 2007 über 100 Millionen Euro, die Exportquote bei etwa 85 Prozent.

www.binzel-abicor.de

Artikelfunktionen


'' Zum Anfang