Menschen

Schutz für Soldaten


„Das ist schon eine besondere Arbeit“: Wolfgang Muckenhuber zeigt auf eine VorgängerVersion des von ihm weiterentwickelten Werfersystems. Foto: Karmann

Wolfgang Muckenhuber entwickelt im Diehl-Konzern militärische Abwehrtechnik

Röthenbach. Von technischen Details darf Wolfgang Muckenhuber nicht viel erzählen. Denn Verschwiegenheit ist in seinem Job Pflicht: Der Ingenieur entwickelt für den Verteidigungsspezialisten Diehl BGT Defence in Röthenbach bei Nürnberg sogenannte militärische Schutzsysteme.

Sein aktuelles Projekt: ein Werfersystem für gepanzerte Fahrzeuge. Das erkennt dank Sensoren den Beschuss mit Waffen, etwa einer Panzerfaust. Und reagiert innerhalb eines Wimpernschlags mit dem Abschuss einer Granate.

„Die erzeugt eine Druckwelle und vernichtet so die Rakete oder Munition des Angreifers“, berichtet Mucken­huber, „ohne Splitter zu erzeugen, die Menschen verletzen könnten.“

Ganz sachlich schildert er die Funktion der Abwehrtechnik. Doch ihm ist klar: „Das ist schon eine besondere Arbeit, die ich da mache.“

Wer in der Rüstungsindustrie tätig ist, wird im Familien- und Freundeskreis mit vielen Fragen konfrontiert. Muckenhuber geht es genauso – etwa auf Klassentreffen in seinem österreichischen Heimatort Freistadt bei Linz. „Meine ehemaligen Mitschüler wollen genau wissen, was ich beruflich mache.“

Mit 30 schon Projektleiter

Die Kurzversion seiner Antwort: „Ich trage etwas zum Schutz der Bundeswehr in Auslandseinsätzen bei, zum Beispiel in Afghanistan. Dort soll sie das möglichst beste Material zur Verfügung haben.“

Um das zu erreichen, holt sich der 30-Jährige auch Ratschläge von Soldaten für die Technik. „Wenn sie aus Kriegsgebieten zurückkommen, frage ich, wo der Schuh drückt.“

Noch ist das von Muckenhuber mitentwickelte und zum Teil von der Bundeswehr finanzierte Werfersystem für gepanzerte Fahrzeuge nicht im Einsatz. Im nächsten Jahr könnte die Se­rien­produktion aber bereits beginnen. Eine ähnliche Abwehrtechnik für Flugzeuge zu konstruieren, ist die nächste Aufgabe des Österreichers.

Dieses Projekt wird er sogar leiten. Muckenhuber kommentiert seine Blitzkarriere ganz bescheiden: „Das ist für mich ein relativ guter Einstieg.“

Während seines Stu­diums des „Innovatio­ns- und Produktmanagements“ war er als Praktikant zu Diehl gekommen und entdeckte dort sein Interesse für die Verteidigungstechnik.

„Die Produkte müssen besonders stabil, zuverlässig und absolut fehlerfrei sein“, sagt der Maschinenbau-Spezialist, der vor seinem Studium schon als Konstrukteur und Entwickler tätig gewesen ist. Und er betont: „Solche hohen Anforderungen reizen jeden Techniker.“

Der Jüngste im Management-Team

Seine Diplomarbeit über die „Zukunft des europäischen Verteidigungsmarktes“ schrieb er bei Diehl. 2008 folgte in dem Unternehmen ein Trainee-Programm für Techniker.

Seit Juli 2010 ist Muckenhuber in der Produktsparte Schutzsysteme beschäftigt. „In unserem zehnköpfigen Management-Team bin ich mit Abstand der Jüngste. Dass mir trotzdem schon so großes Vertrauen geschenkt wird, ist eine tolle Sache“, sagt er stolz.

 

Meine Arbeit

Wie kamen Sie zu Ihrem Beruf?

Technik hat mich schon als Kind begeistert. Ich habe viel mit Lego-Steinen gespielt. Nur Maschinen zu konstruieren, ist mir aber zu langweilig. Ich will mich auch mit dem Markt beschäftigen.

Was gefällt Ihnen besonders?

Das Entwickeln von Hightech-Produkten. Und das Arbeiten in internationalen Teams der Nato-Partner.

Worauf kommt es an?

Die Anforderungen an Verteidigungsgüter sind sehr streng. Da gilt es, Möglichkeiten auszuloten und die beste technische Lösung zu finden.

 

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