Eine kleine Firma hat Kunden in aller Welt

Schuhkartons de luxe – aus dem Hause Dörr


Pirmasens. Die roten Pumps – oder die schwarzen? Während die Kundin noch überlegt, stapeln sich bereits Kartons samt Schuhen, die eine Verkäuferin zum Anprobieren gebracht hat. Fast 1,2 Milliarden Euro Umsatz haben die deutschen Schuhhersteller im ersten Halbjahr 2013 erzielt. Und ohne Kartons geht in diesem Geschäft gar nichts. Rund 2.000 Tonnen Vollpappe im Jahr verarbeitet allein die Firma Dörr Kartonagen in Pirmasens – vor allem zu Schuhkartons!

Das Familienunternehmen, das in diesem Jahr seinen 100. Geburtstag feiert, hat Kunden in der ganzen Welt – und natürlich auch in der Nachbarschaft: Es beliefert etwa die Pirmasenser Schuhhersteller Carl Semler sowie Kennel & Schmenger. Und Peter Kaiser, den mit 175 Jahren ältesten Schuhhersteller Deutschlands. In dessen Fabrikverkauf hat sich die Kundin gerade für die roten Pumps entschieden. Mit oder ohne Karton? „Mit!“, sagt sie an der Kasse. Schicke Schuhkartons sind eben begehrt, auch für andere Aufbewahrungsobjekte.

Mehrere Millionen Stück pro Jahr

„Neben Peter Kaiser sind wir fast ein Jungspund“, scherzt Dörr-Geschäftsführer Sascha Krehling. Das Traditionshaus Kaiser bezieht seine Kartons ausschließlich von Dörr. Der Verpackungsspezialist beschäftigt knapp 20 Mitarbeiter und erzielte im vergangenen Jahr einen Umsatz von rund 3 Millionen Euro. Hauptrohstoff ist Vollpappe mit Öko-Siegel. „Wir produzieren pro Jahr mehrere Millionen Schuhkartons“, erklärt der Geschäftsführer und lacht: „Und ich frage mich manchmal selbst, wer das alles kauft!“

Aber auch Faltschachteln, Stülpdeckelkartons, Stanzzuschnitte, Druckbogen und Sonderkonstruktionen aller Art werden in diesem rheinland-pfälzischen Betrieb entwickelt und produziert – stets mithilfe von Strom aus erneuerbaren Energien. „Letztlich machen wir alles, was man aus Vollkarton nur herstellen kann“, beschreibt Krehling, „bis hin zum Thekendisplay.“

Soft-Touch-Lack und Glitzer als Hingucker

Der Trend geht zu immer höherwertigen Kartons. Soft-Touchlack verleiht ihnen ein samtiges Erscheinungsbild, und besonders exklusive Stücke werden auch innen bedruckt oder dürfen glitzern. „Je höherwertiger die Verpackung, umso eher wird der Schuh gekauft“, so Krehling, „zudem ist ein guter Karton der beste Platz zur Aufbewahrung von Schuhen, solange sie nicht getragen werden.“

Aber natürlich werden solche Schachteln gern zweckentfremdet. Millionenfach beherbergen sie zum Beispiel Fotos, Stifte, Krimskrams. Auch Drucker Marco Znottka ist ein Fan der vielseitig einsetzbaren Kartons: „Sie sind schön, stabil und praktisch“, schwärmt der Mitarbeiter, „weil ich alles, was nicht lose herumliegen soll, darin aufbewahren kann.“

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