Nachwuchs

Schüler tüfteln am Solar-Auto


Das Wirtemberg-Gymnasium verbindet erfolgreich Theorie und Praxis

Stuttgart. „Pink Lady“ hat die Nase vorn – ein schnittiges Solar-Auto im Modellformat. „Unser Flitzer lief am schnellsten, und ich finde, er sieht auch gut aus“, freut sich Miralda Salaji.

Die 15-jährige Schülerin des Wirtemberg-Gymnasiums in Stuttgart-Untertürkheim hat das Miniaturfahrzeug aus dem Kunststoff Styrodur mit Mitschülerinnen im Naturwissenschaft- und Technik-Unterricht unter Anleitung ihres Lehrers selbst ausgetüftelt und gebastelt. Das heißt: planen, schneiden, löten.

Unkraut bekämpfen mit Mikrowellen

Mit Projekten wie diesem hat sich das „Wiggy“ – so nennen die Jugendlichen ihr Gymnasium – die Auszeichnung „MINT-freundliche Schule“ erarbeitet. 2011 wurde sie erstmals von der Robert-Bosch-Stiftung und der Landesvereinigung Baden-Württembergischer Arbeitgeberverbände verliehen.

Damit gehört das Wirtemberg-Gymnasium zu den 30 Schulen im Südwesten, die in Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik – kurz: MINT – Besonderes leisten. „Dabei kommt es auf die Infrastruktur und vor allem auf das Engagement der Lehrer an“, so Schulleiter Martin Bizer.

Die Anerkennung ist das Ergebnis einer Reihe von Projekten, die der Chemie- und Biologielehrer Markus R. Müller angestoßen hat. Einige Beispiele aus den vergangenen Jahren:

● Unkraut im Straßengraben lässt sich durch den Einsatz von Mikrowellen bekämpfen. Die technische Alternative zum Ausrupfen entwickelten Schüler beim „TheoPrax-Projekt“ des Fraunhofer-Instituts für Chemische Technologie in Pfinztal bei Ettlingen.

● Als erstes Gymnasium im Ländle erhielt das Wirtemberg-Gymnasium die Genehmigung für ein sogenanntes S1-Sicherheitslabor. In einem solchen Labor dürfen einfache gentechnische Versuche durchgeführt werden. Beispielsweise wird in eine Bakterienkultur ein Leucht-Gen eingepflanzt, das dann im UV-Licht schimmernde Proteine herstellt.

Wie so etwas funktioniert, können nicht nur die eigenen Schüler ausprobieren: Das S1-Labor steht anderen Schulen offen. Finanziert wird das „NaT-Working-Projekt“ von der Robert-Bosch-Stiftung, die das Programm im Jahr 2000 ins Leben gerufen hat.

● Das „Wiggy“ ist außerdem anerkannte Außenstelle des Experimentierlabors „Fehling-Lab“, initiiert von der Universität Stuttgart. Hier dürfen kleine Nachwuchsforscher aus den benachbarten Grundschulen erste Versuche mit Zucker und Farbstoffen machen. Unterrichtet werden sie von Gymnasiasten aus der Oberstufe.

So fügen sich viele Puzzleteile zum Gesamtbild der MINT-freundlichen Schule. Lehrer Müller will den jungen Menschen das Wissen mitgeben, wie man die Naturwissenschaften ideal einsetzen kann. „Das ist mein Antrieb“, sagt der 58-Jährige. Miralda aus der 10a liebäugelt bereits mit einem naturwissenschaftlichen Studium.

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