Nachwuchs

Schüler experimentieren mit Antrieben der Zukunft


Daimler-Initiative tech@school will Jugendliche für Technik begeistern

Bremen. „21, 22, 23!“ Laut zählen Elisa, Tanja und Jan Michel die Runden mit, die das Modellauto auf dem Boden vor ihnen dreht. Daimler-Ingenieur Peter Wilhelmy und Ausbilder André Rose freuen sich, dass ihr Angebot „tech@- school“ von den Achtklässlern so gut angenommen wird.

Es fehlen 34.000 Ingenieure

„In Deutschland interes­sieren sich zu wenige Jugendliche für Technik“, sagt der 39-Jährige Wilhelmy. Das ist fatal. Schon heute fehlen Ingenieure an allen Ecken und Enden.

Der Verein Deutscher Ingenieure (VDI) schätzt deren Zahl auf 34.000. „Deshalb gehen wir in Schulen und ver­suchen, die Kids für Technik zu begeistern.“ An diesem Tag sind Wilhelmy und Rose im Schulzentrum Rockwinkel im Bremer Osten, einer Schule mit Gymnasium und Sekundarschule und 1.000 Schülern. Wilhelmy war schon eine Woche vorher dort, hatte sich und seine Arbeit vorgestellt und den Achtklässlern von seinen persönlichen Erfahrungen berichtet. Nun versuchen die Schüler, Modellautos mithilfe von Brennstoffzellen und Solarpanels in Bewegung zu setzen.

„Die Entwicklung alternativer Antriebe ist ein Zukunftsthema, mit dem sich die Schüler auch im Unterricht beschäftigen. Deshalb haben wir es aufgegriffen“, sagt der Ingenieur. Insgesamt 39 Achtklässler bereiten in fünf Gruppen Experimente vor, füllen destilliertes Wasser in Brennstoffzellen und schließen sie an Strom an.

So werden Wasserstoff und Sauerstoff hergestellt. Danach wird der Prozess umgekehrt und in der Brennstoffzelle reagiert der Wasserstoff mit Sauerstoff.

Es entsteht Strom, der das Auto antreibt. Wie viele Runden kann es zurücklegen?

Die Schüler schreiben die Strecke auf und setzen dann das Auto mithilfe der Solarenergie in Bewegung. Schließlich lassen sie ein Modell mit Solar- und Brennstoffzellen-Energie fahren, einem Hybridantrieb im Miniformat.

Kleinserie ist  bereits angelaufen

In ganz Deutschland sind bis zu den Sommerferien Daimler-Ingenieure im Rahmen der „tech@school“-Initiative an rund 100 Schulen unterwegs, die im Einzugsgebiet der verschiedenen Mercedes-Werke liegen. Die Bremer Autobauer kooperieren mit zehn Schulen. Insgesamt erreicht die Initiative gut 3.000 Schüler. Daimler-Personalvorstand Wilfried Porth sagt: „Wir wollen das Auto der Zukunft entwickeln und brauchen dazu Ingenieure, die mit hoher Fachkompetenz und immer wieder neuen Ansätzen die Fragen bearbeiten.“

Erste kleine Baureihen sind schon in der Entwicklung, so ist bei Daimler mit dem B-Klasse-Modell F-CELL bereits eine Kleinserienproduktion angelaufen. 

Daimler-Ingenieur Wilhelmy ist davon überzeugt, dass schon in fünf Jahren die ersten Autos mit Wasserstoff-antrieb in Großserie fahren werden. „Vielleicht kommen ja künftige Hybridantrieb-Entwickler aus dem Schulzentrum Rockwinkel“, hofft er.

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Schlagwörter: Naturwissenschaften

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