Hidden Champion

Schnuller und Babyflaschen: Keine Kompromisse


Mapa GmbH in Zeven: Globalisierung macht Produktion in Deutschland möglich

Zeven. Die Globalisierung hat viele Schauplätze. Einer der idyllischsten ist die niedersächsische Kleinstadt Zeven zwischen Hamburg und Bremen. Malerische Fachwerkhäuser, unverfälschte Natur – und die relativ unbekannte Firma Mapa GmbH.

Ihre Produkte jedoch kennen fast alle Eltern, Großeltern und etliche junge Leute. Mapa stellt unter anderem Produkte für Säuglinge her – Sauger, Fläschchen, Schnuller und vieles mehr. Die Marke NUK ist seit mehr als 50 Jahren in Familien ein fester Begriff – weltweit!

Hidden Champions nennen  Fachleute Unternehmen wie Mapa. Sie sind in der Öffentlichkeit fast unbekannt, gehören in ihren Geschäftsfeldern aber weltweit zu den Marktführern. Sie kommen nicht selten aus der ländlichen Region, sind jedoch auf den Weltmärkten ebenso zu Hause wie die großen multinationalen Konzerne.

Wie macht man aus einem Stück Gummi genau den richtigen Schnuller? Was hat Mapa, das andere nicht haben? Es scheint, als schwören Mütter, Väter und Babys nur auf Schnuller aus dem Norden Deutschlands. Der Marktanteil liegt bei 70 Prozent. Mapa vertreibt seine Produkte in gut 90 Länder und ist in über 30 Ländern die Nummer eins oder zwei. 

Geschäft mit dem Gefühl

Doch wie geht das, dass andere Massenartikel angeblich nur noch im billigen Fernost zu fertigen sind – NUK aber weiterhin ein „Made-in-Germany“-Artikel ist?

„Es ist ein Geschäft mit dem Gefühl“, sagt Ralf Holschumacher, Direktor Technik bei Mapa. Schnuller und Fläschchen – da gibt’s keine Kompromisse. „Eltern wissen, dass unsere Produkte richtig sind. Sie wollen das Beste für ihr Kind.“

Also alles nur eine Frage der kräftigen Werbung?  Keineswegs, denn in den elektronischen Medien wie Fernsehen oder Radio sind keine NUK-Werbespots zu finden. Zu teuer, zu hohe Streuverluste, heißt es dazu bei Mapa. Wer auf der Suche nach dem Erfolgsrezept ist, findet eine Mischung aus einem hocheffizienten Vertrieb mit einem cleveren Marketing und einer zum Teil vollautomatisierten Fertigung. So lässt sich am teueren Standort Deutschland auch das Massenprodukt Schnuller gewinnbringend produzieren – dank Globalisierung.

600 Mitarbeiter in Zeven

Denn: Es sind Märkte entstanden, die hohe Stückzahlen verlangen. „Ohne diese internationale Ausrichtung wäre unser Standort in Deutschland überhaupt nicht möglich“, sagt Holschumacher.

Das kommt auch der Beschäftigtenzahl zugute: Rund 1.300 Mitarbeiter beschäftigt Mapa weltweit, gut 600 davon am Sitz des Unternehmens im idyllischen Zeven.

Werner Fricke

Kondome für Gesundheit und Spaß

Auch in der Welt der Kondome ist Mapa zu Hause. Neben den bewährten Fromms- und Blausiegel-Kondomen wurde mit der Marke Billy Boy ein Fun-Segment geschaffen. „Wir wollten weg von dem Negativ-Image und der Angstmache rund um das Thema Aids“, sagt Holschumacher. Sex soll Spaß machen, und Kondome gehören dazu – so das Credo der Norddeutschen. Billy Boy hat unangefochten die Spitzenstellung am deutschen Markt.

Mapa hat nicht nur Spaß in deutsche Betten, sondern den gesamten Markt in Schwung gebracht. „Was kosten die Kondome?“ – Werbespots, in denen Kassiererinnen lautstark durch den Supermarkt fragen, zeigen: Kondome sind längst gesellschaftsfähig geworden. Früher Schamware unterm Ladentisch, kommen Kondome heute in witziger Verpackung daher. Die Globalisierung öffnet auch diesen Produkten die Tür zu neuen Märkten.

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