Verpackungen

Schnell auf - schnell zu - schnell weg


Drei V produziert innovative Lösungen für den Versandhandel

Kirchheim bei München. Genau zehn Stück? Perfekt! Routiniert greift sich Helena Schwab einen Stapel fertiger Tastatur-Verpackungen, die nun noch rasch gebündelt werden und dann parat liegen für den Abtransport. Schwab und ihre gut 70 Kollegen in der bayerischen Firma Drei V produzieren Versand-Verpackungen aus Well- und Vollpappe. Nicht zuletzt sind darunter Produkte mit aufgeklebter Folie, die das Einpacken noch schneller und noch einfacher machen.

Beachtlich ist auch das Tempo, das das Unternehmen vorlegt, um den europäischen Markt zu beliefern: „Wir schaffen mit unseren Anlagen bis zu 21.000 Verpackungen pro Stunde – das erreicht europaweit kein vergleichbares Unternehmen“, sagt Geschäftsführer Achim Riedel.

„Abgesehen von der Flexo-druck- und Stanzmaschine sind fast alle Maschinen in der Produktion Marke Eigenbau und damit ganz auf die Anforderungen des Betriebes zugeschnitten“, erklärt Riedel weiter.

Interessante Marktlücke

Zwei Schlosser und zwei Elektriker kümmern sich um die Wartung und Modernisierung der Anlagen. Drei V will nun sogar erstmals einen Mechatroniker ausbilden – damit auch in diesem Bereich der Nachwuchs gesichert ist.

Drei V? Das steht für „Verpackung, Verpacken, Versenden“. 1982 hatte der Kaufmann Hans Reinhart den Betrieb als „Lettershop“ gegründet, also, um für Kunden Werbung zu versenden.

Schon bald stellte Reinhart dann fest, dass es am Markt kaum günstige und einfach zu handhabende Verpackungen gab. Er entwickelte daher selbst neue Lösungen und begann schließlich mit einer eigenen Produktion.

Integrierte Klebestreifen

Dieser Mut zahlte sich aus. Und dank der rasanten Entwicklung des Online-Versandhandels wuchs dann auch der junge Verpackungsspezialist recht kontinuierlich.

2010 erzielte Drei V einen Umsatz von gut 10 Millionen Euro. Die Vorgabe des Firmeninhabers ist bis heute gleich geblieben: „Schnell auf – schnell zu – schnell weg!“ Die Umsetzung hat sich aber immer wieder verbessern lassen: Patente und Gebrauchsmuster zeugen von der Innovationskraft des Unternehmens, das sich als Markt- und Innovationsführer in Sachen Versand-und Folienfixier-Verpackungen sieht.

Längst zu den Klassikern gehört die für einen internationalen Online-Buchhändler entwickelte Universalver-packung für verschiedenste Formate. Erstmals wurde dafür der Selbstklebe-Verschluss direkt mit in die Verpackung integriert.

Eingespartes Füllmaterial

Rund 120 verschiedene Produkte sind heute innerhalb von 24 Stunden lieferbar. Abweichungen von Standardmaßen oder auch komplett neue Lösungen können laut Riedel rasch erarbeitet werden.

Für empfindliche Waren wie Laptops, Flachbildschirme und sonstige Elektronik-Teile hat Drei V vor einigen Jahren die „Snap“-Serie auf den Markt gebracht: Kombinationen aus Wellpappe-Zuschnitten und Kunststoff-Folie. Die Folie im Innern der Verpackung fixiert das Produkt und bettet es sicher ein.

Verarbeitet werden dabei je nach Anforderung Folien aus Polyethylen oder dem flexibleren  Polyurethan.

Bei der Variante „Easy-Snap“ schwebt das Packgut zwischen zwei Folien, die das Produkt ohne zusätzliches Füllmaterial schützen. Drei-V-Vertriebsdirektor Jörg Rupp betont: „So verkürzen wir den Verpackungsvorgang auf Rekordzeit – unsere Kunden sparen so Material, Zeit und damit Geld.“


Übrigens: Auf seiner Homepage bietet das Unternehmen zu jeder Verpackung einen kleinen Animationsfilm, der genau zeigt, wie sie funktioniert. www.drei-v.de

Härtetest mit einem rohen Ei

Diplomandin lässt Schachteln fallen

Wie hört es sich an, wenn ein Karton  auf den Boden kracht? Antonia Lang weiß das genau: Im Falltest-Studio der Firma Drei V arbeitet sie an ihrer Diplomarbeit. Dafür testet sie alle Standardverpackungen des Herstellers, die sie mit den unterschiedlichsten Waren befüllt.

Eine Verpackung für ex-trem empfindliche Waren erprobte sie sogar mit einem rohen Ei. Es bestand den Härtetest! „Selbst als wir den Karton spaßeshalber aus einem Fenster im ersten Stock geworfen haben, ist das Ei heil geblieben“, sagt Lang.

Die angehende Ingenieurin soll nach bestandener Prüfung eine Stelle in der Entwicklungsabteilung bekommen – und freut sich darauf: „Die Mischung aus Kreativität und technischem Verständnis hat es mir einfach angetan.“

Und Langs künftige Kollegin Simone Küchenknecht ergänzt: „Für neue Produkte können wir unsere Ideen ausleben, das macht richtig Spaß.“

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