Integration im Betrieb

Schneider Electric und das Flüchtlingsprogramm „Ida“ arbeiten Hand in Hand

Regensburg. Morgens um sieben Uhr beginnt der Arbeitstag von Rawad Warda (25). Zuvor ist der syrische Flüchtling noch rund eine Stunde mit dem Bus unterwegs – so lange dauert es von seiner Unterkunft zum Standort der Firma Schneider Electric Sachsenwerk in Regensburg, die Mittelspannungsanlagen herstellt. Der Wecker des Mannes aus Syrien geht deshalb schon um fünf.

„Pünktlichkeit“, sagt Warda, „ist in Deutschland sehr wichtig.“ Das war mit das Erste, was er in seiner neuen Heimat gelernt hat. Und er musste vieles schnell lernen, seit er im Herbst 2015 in Bayern ankam. Vor allem Deutsch.

Geholfen hat ihm dabei das Projekt „IdA Bayern Turbo“. Es bereitet seit Anfang des Jahres junge Flüchtlinge und Asylbewerber mit hoher Bleibeperspektive auf eine Ausbildung oder Einstiegsqualifizierung vor. Rund 1.000 junge Menschen werden insgesamt davon profitieren: Sie haben Deutschunterricht, besuchen berufsvorbereitende Kurse und absolvieren zudem Praktika in Betrieben – bislang schon mehr als 680.

Das Projekt ist nur einer von vielen Bausteinen des Programms „IdA“, (Integration durch Ausbildung und Arbeit), das die Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft (vbw) gemeinsam mit der Bundesagentur für Arbeit und der bayerischen Staatsregierung aufgelegt hat. Insgesamt stellt die vbw 6,7 Millionen Euro dafür zur Verfügung.

„Ohne die Hilfe der IdA-Navigatoren wäre es für uns deutlich schwerer, Flüchtlingen eine Chance zu geben“, sagt Harald Birle, Personalreferent bei Schneider Electric und für den Syrer Warda wie auch für einen jungen Somalier zuständig. Beide wurden für ein Praktikum in den Betrieb vermittelt. Die IdA-Navigatoren kümmern sich auch um den nötigen Austausch mit Behörden: „Das nimmt uns sehr viel Arbeit ab“, sagt Birle.

„Unglaublich motiviert und ehrgezig“

Die Firmen können sich im Gegenzug darauf konzentrieren, dass ihre Schützlinge Fuß fassen. Warda etwa absolviert derzeit erst mal für ein Jahr eine sogenannte Einstiegsqualifizierung: „Wir wollen ihn weiter kennenlernen“, so Birle, „außerdem muss sein Deutsch noch besser werden.“ Nur so könne er später an der Berufsschule mitkommen – Voraussetzung für eine erfolgreiche Ausbildung zum Elektroniker für Betriebstechnik.

Und die will Warda im kommenden Herbst unbedingt beginnen. „Das ist mein Ziel“, sagt er, „dafür arbeite ich hart.“ Derzeit spricht einiges dafür, dass er es erreicht: „Dieser junge Mann ist unglaublich motiviert und ehrgeizig“, sagt Personalreferent Birle.


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aktualisiert am 15.12.2017

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