Wenn’s rundläuft, freut sich die Belegschaft über Prämien

Schneck RoTec entwickelt Auswuchttechnik für die Welt

Darmstadt. Auf der Galerie mit dem Blick direkt ins Herz der Produktion von Schenck RoTec in Darmstadt fühlt sich Ralf-Michael Fuchs sichtlich wohl. Denn von diesem Platz aus sieht der promovierte Ingenieur und Chef des Unternehmens sofort, ob alles reibungslos läuft.

„Vor allem zeigen wir unseren Besuchern hier, dass wir hart arbeiten, um Geld zu erwirtschaften, das wir für den Fortbestand des Unternehmens und des Standorts brauchen“, betont Fuchs.

Schenck RoTec, ein Tochterunternehmen der Dürr AG, ist mit rund 1.100 Mitarbeitern weltweit und einem Jahresumsatz von über 200 Millionen Euro der Technologie- und Marktführer der Auswuchttechnik. Am Stammsitz in Darmstadt sind einschließlich Auszubildenden 450 Menschen beschäftigt.

Exportquote liegt bei rund 80 Prozent

Sie entwickeln und produzieren Maschinen für die ganze Welt. Schließlich muss alles, was sich dreht, genau vermessen werden, denn nur wenn Triebwerke, Turbolader und Motoren ausgewuchtet sind, laufen sie wirklich rund.

Die ausgetüftelten Maschinen gibt es für winzige, wenige Gramm schwere Teile ebenso wie für riesige, 400 Tonnen schwere Turbinen. Die Exportquote liegt bei 80 Prozent.

Die aktuellen Probleme in der Ukraine und die damit verbundenen Sanktionen gegen Russland sind auch in Darmstadt zu spüren. Der Umsatz ging hier um etwa 50 Prozent zurück.

Aber auch die Lage in Brasilien oder die andauernden Probleme in vielen islamisch geprägten Ländern bereiten ihm Sorgen: „Ganz allgemein ist in der Welt im Moment mehr Schatten als Licht.“ Für Schenck schaut er dennoch optimistisch in die Zukunft: „Wir exportieren jedes Jahr in über 100 Länder weltweit, und so können wir Einbrüche in dem einen Land meist durch Erfolge in anderen Ländern ausgleichen“, betont der promovierte Ingenieur.

Trotz stärker werdenden Wettbewerbern vor allem aus dem Niedriglohnland China will Fuchs den Standort Darmstadt nicht infrage stellen: „Hier wurde 1907 die erste Auswuchtmaschine der Welt gebaut, und hier entstehen bis heute unsere Innovationen.“ Und genau dafür wird hart gearbeitet. Alles Bestehende, aber auch alle Produktionsabläufe und Prozesse kommen immer wieder auf den Prüfstand. „Nur so können wir schneller und innovativer sein und damit die Wettbewerber ausstechen, die nicht tarifgebunden sind und oft unter ganz anderen Bedingungen arbeiten als wir.“Allein der Anteil der Personalkosten an den Gesamtkosten beträgt bei deutschen Maschinenbauern fast 40 Prozent.

Bei den anstehenden Tarifverhandlungen in der Metall- und Elektro-Industrie hofft er auf ein tragbares Ergebnis. Er plädiert für moderate Erhöhungen und eine Erfolgsprämie für Mitarbeiter, wenn der Betrieb gut läuft.

Für Schenck-Mitarbeiter gibt es schon jetzt gute Prämien, zuletzt 2.750 Euro für das Jahr 2013. „Und für 2014 dürfte auch wieder was drin sein“, verrät Fuchs.


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