Mitarbeiter des Monats

Schiffe sind seine Leidenschaft


Christian Sekler: Mit 29 viel Verantwortung bei der Neptun Werft

Man spürt die Begeisterung von Christian Sekler für seinen Beruf, wenn man mit ihm über das weitläufige Gelände der Neptun Werft geht. „Ich lebe für meine Arbeit“, sagt er. Der 29-Jährige hat es in zwölf Jahren vom Schweißer-Azubi zum Taktbereichsleiter in der Schiffsproduktion des Rostocker Unternehmens gebracht.

Dabei stand er nach dem Realschulabschluss 1998 erst mal auf dem Schlauch. Sekler: „Als 16-Jähriger war ich ziemlich orientierungslos in Sachen Berufswahl.“ Der entscheidende Tipp kam vom Vater. Er riet: „Bewirb dich doch bei der Werft, das hat Perspektive.“

An seinen ersten Ausbildungstag kann sich der gebürtige Rostocker noch gut erinnern. „Die großen Schiffsteile, die riesige Halle und der Umgang mit erwachsenen Menschen, den man aus seiner Schulzeit in der Form ja nicht kennt – das war schon aufregend.“ Sofort habe man sich herzlich und freundlich um ihn gekümmert. Über die Jahre entwickelten sich mit den Kollegen enge Freundschaften, die weit über den Job hinausreichen.

Der große Einsatz wurde belohnt

Nach der Ausbildung wurde er übernommen und landete in der Vormontage. Dort schweißte er die Tanks für die damalige Gastankproduktion zusammen.

Gefördert durch seinen Arbeitgeber, machte Sekler 2008 den Abschluss als Internationaler Schweißfachmann und arbeitete zwei Jahre als Vorarbeiter in der Doppelbodenfertigung für die Schiffe.

„Neptun hat sich an den Weiterbildungskosten beteiligt“, erzählt Sekler nicht ohne Stolz und ergänzt: „Auch meine jetzige Ausbildung zum Industriemeister, die ich neben dem Beruf mache, wird zum größten Teil vom Unternehmen bezahlt.“ Das große Engagement belohnte der Betrieb mit Vertrauen und Anerkennung. 2010 wurde er zum Taktbereichsleiter ernannt.

Hier koordiniert er den Arbeitsablauf der 30 Mitarbeiter seines Bereichs bei der Fertigung von Schiffsmodulen. „Wir schweißen die Module zusammen und rüsten sie auch gleich mit Rohren und Lüftern aus“, erklärt Sekler.

Man müsse sich das vorstellen wie bei ei-nem Puzzle aus ganz vielen Teilen. „Der Moment, wenn ein Schiff dann fertig ist und man sieht, an was für einem Riesen-Projekt man mitgearbeitet hat, ist fantastisch“, sagt er. Fasziniert ist der junge Rostocker auch von der bewegten Geschichte der Werft. Seit 1850 wurden hier Hunderte von Schiffen gebaut.

Dazu kamen Umbauten und Reparaturen. Seit 1997 gehört die Rostocker Werft zur Meyer Neptun-Gruppe und konzentriert sich vor allem auf den Bau von Flusskreuzfahrtschiffen. Sekler Leidenachaft gilt zurzeit einem neuen Projekt. Die Neptun Werft liefert Teile des „Unterbaus“ für den Nachfolger des Kreuzfahrtschiffs „Disney Dream“. Vollendet wird das Schiff anschließend von der Meyer Werft in Papenburg. Es soll 2012 zur ersten Fahrt aufbrechen.

Karsten Wilke

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