Marktführer

Scharfe Sachen


Egal ob Steilhanggerät oder Mähboot: ESM fertigt das passende Schneidwerk

Ennepetal. Über dem Arbeitsplatz von Herbert Ochmann hängt ein Spiegel. Nein, der Schmied ist nicht eitel. Im Glas spiegelt sich vielmehr das lange Messer mit seinen vielen scharfen Klingen, die Ochmann mit dem Hammer richtet. „Damit das Messer gut schneidet, müssen alle Klingen flach aufliegen. Im Spiegel sehe ich, ob eine ein bisschen absteht“, sagt er.

Die scharfen Klingen werden später einmal Gras kurz halten. Aber nicht im heimischen Garten. Die Ennepetaler Schneid- und Mähtechnik GmbH & Co. KG (ESM), bei der Ochmann arbeitet, liefert Komponenten für Profi-Geräte: vom Steilhangmäher bis zum Mähboot für Unterwasserpflanzen.

Fahrrad im Gras? Schneide hält das aus

Die Maschinen kommen in Bergen, auf Wiesen, am Straßenrand und am Flussufer zum Einsatz. Sie schneiden Blumen und Arzneikräuter, ernten Feldfrüchte besonders behutsam.

Das Familienunternehmen ist Spezialist für die oszillierende Schneidtechnik. ESM-Mähbalken bestehen aus einem Messer, das auf einer festen Unterlage von links nach rechts und zurück schwingt. Oder zwei Messer bewegen sich – wie bei einer Schere – in entgegengesetzte Richtungen. Die erste Variante ist für den robusten Einsatz gedacht: Im Gras und Schilf am Ufer könnte auch ein Fahrrad liegen, die Schneide hält das aus.

Die Doppelmesser-Variante geht dagegen besonders schonend vor, ist vibrationsarm und für leichte, handliche Geräte ideal. Bei dieser Technik ist die Firma mit ihren 50 Mitarbeitern Weltmarktführer. „Unsere Produkte haben ihren Preis. Deshalb erwarten die Anwender von uns Problemlösungen“, so Geschäftsführer Karl-Richard Strohn. „Das ist die Triebfeder für unsere Entwicklung.“ Die kann sich sehen lassen. Die Firma meldet bis zu sechs Ideen pro Jahr zum Patent an. Zusammen mit Stahlproduzenten hat sie etwa ein neues Material für die Klingen ausgetüftelt. So müssen sie erst nach längerem Gebrauch nachgeschärft werden – obwohl sie dem Kunden nicht mehr kosten.

Anfrage aus Südafrika brachte es

Das Unternehmen nimmt jede Anfrage ernst, selbst wenn sie noch so abwegig erscheint. „Vor ein paar Jahren meldete sich ein südafrikanischer Farmer“, erinnert sich Vertriebsleiter Hans-Josef Ueberberg. „Der suchte nach einer Möglichkeit, Zuckerrohr maschinell zu schneiden. Das wird ja meist noch mit der Machete abgeschlagen.“ Jetzt erntet die Farm die langen Stängel mithilfe eines in Ennepetal entwickelten Schneidwerks.

In Asien, Südamerika und eben in Afrika sieht ESM denn auch noch viel Wachstumspotenzial. Dort boomt der Anbau der Pflanze als Nahrungsmittel und Biokraftstoff.

Und nun spielt sogar der Klimawandel der Firma in die Hand. In Skandinavien ist es wärmer geworden. Folge: Unterwasserpflanzen wachsen schneller, die Mähboote müssen öfter ran.

Nur eins ist schlecht fürs Geschäft: lange Trockenperioden. Dann wird das Gras nicht so oft gemäht. Und die ESM verkauft weniger Ersatzteile.

 

Info: ESM GmbH & Co. KG

Das Familienunternehmen liefert über 30.000 verschiedene Komponenten (Markennamen ESM und BUSATIS) für Agrartechnik-Hersteller sowie Ersatzteile für den Großhandel. ESM setzte im vergangenen Jahr rund 8 Millionen Euro um, 55 Prozent entfielen auf den Export.

www.esm-ept.de

 

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