Der Kunde will seine Ruhe

Schaeffler testet im Akustik-Labor, wie Getriebe, Lager und Motoren leiser werden

Herzogenaurach. Diese Arbeit macht Haushaltsgeräte leiser. Und sie reduziert den Lärm von Maschinen, Fahrzeugen und Windkraftanlagen. Zwölf Schaeffler-Mitarbeiter tüfteln, messen und testen im Kompetenzzentrum Akustik in Herzogenaurach, um lästigen Geräuschen von Getrieben, Lagern und Motoren auf die Spur zu kommen.

„Die Akustik wird in Zukunft ein immer wichtigeres Thema“, sagt Alfred Pecher, Leiter des Akustikzentrums des Industriezulieferers. „Die Welt wird zunehmend lauter, das Komfort-Empfinden der Menschen aber zeitgleich immer sensibler.“ Zudem würden gesetzliche Vorgaben strenger.

Schaeffler hat deshalb investiert. Vier neue Prüfräume wurden eingerichtet und moderne Technik installiert. Dazu gehören vor allem hochsensible Sensoren zur Schwingungsanalyse.

Wie nervig etwa Geschirrspüler sein können, weiß jeder, der daheim eine offene Küche hat. Waschmaschinen stehen nicht immer im Keller, sondern schleudern oft im Bad. Selbst in der Medizintechnik gilt es, Lärm zu reduzieren, zum Beispiel im Computertomografen: „Es kann für Patienten zum echten Problem werden, wenn in der engen Röhre auch noch beängstigende Geräusche hinzukommen“, sagt Pecher.

Wichtiger als Tests sind Erkenntnisse aus grundlegenden Versuchen. Mit ihnen lässt sich die Simulationssoftware verbessern, mit der Produkte am Computer entworfen werden. „Wenn ich die Parameter für die Berechnungsmodelle genau bestimme, brauche ich danach nicht mehr viel zu testen“, so Pecher.

Der Aufwand im Akustik-Labor ist enorm. Neben allerhand sensiblen Geräuschsensoren kommen auch sogenannte 3-D-Laser-Vibrometer zum Einsatz. Sie erkennen Unregelmäßigkeiten, die 10.000-mal kleiner sind als die Dicke eines menschlichen Haares.

Die Räume sind innen extrem schallisoliert, Außenwände und Böden sind nicht einmal direkt mit dem Gebäude verbunden. Sie liegen auf Metallfedern, um keine Vibrationen von außen aufzunehmen. Der größte Raum ist 130 Tonnen schwer. „Draußen kann dann auch ruhig mal ein Fahrzeug vorbeifahren, ohne dass die sensible Messung beeinträchtigt wird“, sagt Pecher.

 


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