Maschinenbau

Sauter Feinmechanik fertigt ganz besondere Revolver

Metzingen. Der beste Revolver der Welt – wer denkt da nicht an Westernhelden. In Wahrheit hat ihn die Firma Sauter Feinmechanik in Metzingen. Der Mittelständler ist Weltmarktführer für dieses Maschinenteil mit dem vielversprechenden Namen.

Der Sauter-Revolver ist ein kreisrunder Metallblock. Dieser wird in Drehmaschinen eingebaut und trägt die Werkzeuge. Wenn das nächste Werkzeug gebraucht wird, dreht er sich einfach ein Stück weiter. „Damit sind alle Arbeitsgänge zur Metallbearbeitung möglich, wie Bohren, Fräsen oder Abstechen“, erklärt Geschäftsführer Bernhard Sauter.

Der Auftrag war eine Riesenchance

Weltweit an der Spitze bleiben, das schafft Sauter nur, wenn in den Werkhallen nicht nur die Maschinen heißlaufen, sondern auch die Köpfe brummen. Die einst kleine Werkstatt für Sondermaschinen hat sich im Lauf der Jahrzehnte zu einem Hightech-Unternehmen mit rund 350 Mitarbeitern entwickelt. Dazu braucht es neue Ideen.

Manchmal brennt fast die Luft. Zum Beispiel, als der Großauftrag für den japanischen Maschinenbauer Mori Seiki kam: „Eine Riesenchance“, sagt Sauter, „wir haben dafür eine eigene Montagelinie aufgebaut.“

Und die hat es in sich: „KVP vom Feinsten“, erklärt Montageleiter Mauricio Müller. KVP bezeichnet ein System, das die Verbesserung im Produktionsablauf zu einem ständigen Prozess macht, an dem alle Mitarbeiter beteiligt sind.

„Mit der neuen Linie hatten wir die Chance, das eins zu eins auch umzusetzen“, so Müller. Zum Beispiel das Prinzip Kanban: es liegt immer nur das Material bereit, das gerade benötigt wird. Das stellt hohe Anforderungen an die Logistik, denn so ein Werkzeugrevolver besteht aus mehreren 100 Teilen.

20 dieser Revolver werden wöchentlich montiert und nach Japan verschifft. „Wir müssen hier 1a Qualität produzieren, weil wir die Revolver in Japan nicht nachbessern können. Das wäre zu aufwendig“, erläutert Sauter. Das Projekt sei für alle eine Herausforderung gewesen: „Wir waren damit gezwungen, auf ein viel höheres Effizienzniveau zu kommen, als wir es bisher hatten. Das haben wir gemeinsam gemeistert.“

Auch seine Mitarbeiter in der Montage sind begeistert von „ihrer“ Linie. Zum Beispiel Norbert Sauter: „Es ist klasse, wie selbstständig wir hier arbeiten können.“ Jeweils vier Facharbeiter sind hier beschäftigt. Sie sprechen sich ab, wer welchen Arbeitsschritt übernimmt. „Alle ziehen voll mit“, sagt Gruppenleiter Werner Heckmann: „Als wir das Projekt aufgesetzt haben, wurde die Pausenglocke einfach überhört, so sehr waren alle bei der Sache.“

Der ganze Betrieb profitiert

Die Geschäftsführer Bernhard Sauter und Heiko Müller wollen das Erfolgskonzept nach und nach auf andere Bereiche in der Montage und auch auf die Fertigung übertragen: „Der ganze Betrieb profitiert von dem Projekt“, sagt Sauter.


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