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Saubere Sache


Waschanlagen von Christ reinigen und schonen den Lack

Benningen. An den sonnigen Wochenenden sind jetzt die Warteschlangen vor den Waschanlagen wieder lang. Der gelbe, klebrige Blütenstaub soll vor der Tour ins Grüne vom Auto runter. Blitzblank sauber, aber bloß keine Spuren am Lack: Was für die Fahrzeugbesitzer selbstverständlich ist, beschäftigt die Entwickler und Produzenten der Waschanlagen Tag für Tag.

Zweitgrößter Hersteller in Europa

„Autos zu reinigen ist nicht ganz einfach“, sagt Engelbert Haggenmüller. „Gründlich soll es sein, aber Kratzer darf‘s nicht geben.“ Haggenmüller kümmert sich im Vorstand der Otto Christ AG um die Produktion.

Das Familienunternehmen in Benningen am Stadtrand von Memmingen ist der zweitgrößte Hersteller von Autowaschanlagen in Europa – hinter dem Augsburger Konkurrenten Washtec. Um die Balance zwischen Sauberkeit und schonender Lackbehandlung zu halten, lassen sich die Mitarbeiter von Christ einiges einfallen.

Zum Beispiel eine Gelenkbürste: Ein beweglicher Knick in der Stange sorgt dafür, dass sich das Reinigungsgerät besonders eng und gleichmäßig an die Rundungen der Seitenflächen von Autos schmiegt. „Wir sind die Einzigen, die diese patentierte Technik anbieten“, berichtet Haggenmüller. „Und das schon seit mehr als zehn Jahren.“

Verbreitet ist dagegen der Trend, Bürsten mit relativ harten Kunststoff-Borsten nach und nach verschwinden zu lassen. Sie werden von weichen Textilien ersetzt – für das Waschen und fürs Trocknen.

„Das hier zum Beispiel nennen wir Teddy-Tex“, sagt Jürgen Hackl, der Werkleiter in Benningen. Er greift in ein Bündel von langen, blauen Streifen. „Sie fühlen sich wie Plüschtiere an.“ In der Waschanlage wischt der „Teddy-Tex“ am Ende Wassertropfen vom Auto und bringt mehr Glanz.

Für die Betreiber der Anlagen, etwa Tankstellenpächter, ist es aber nicht nur wichtig, dass die Fahrzeuge nach dem Waschen blitzen. Einen Stillstand aufgrund einer Störung soll es am besten nie geben. Und die Betriebskosten sollen möglichst niedrig sein.

15 Liter frisches Wasser für jedes Auto

Eine entscheidende Rolle für die Ausgaben spielt der Stromverbrauch. „Deshalb arbeiten wir ständig an immer effizienteren Motoren“, erzählt Christ-Vorstand Haggenmüller. In einer normalen Waschanlage steckt etwa ein Dutzend Antriebe, die zum Beispiel die Bürsten rotieren lassen. Einen Großteil der Motoren entwickelt und fertigt Christ selbst.

Und auch ein geringer Wasserverbrauch ist wichtig. Statt früher rund 100 Liter für jedes Auto sind es jetzt nur noch 15 Liter frisches Wasser. Denn die Wiederaufbereitung der verschmutzten Reinigungsflüssigkeit ist selbstverständlich geworden. „Fast jede Anlage ist inzwischen mit Wasser-Recycling ausgestattet“, berichtet Haggenmüller.

 

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