Weniger Energie

Saubere Leistung: Wie BSH Hausgeräte Staubsauger sparsamer macht

Neustadt an der Saale. Manchmal sind Entwickler wie Detektive. Die Strömungsingenieure von BSH Hausgeräte etwa spüren Staubkörnern nach. Im Werk Bad Neustadt an der Saale bei Würzburg tüfteln sie an der Staubsaugertechnik von morgen. Am Computer und mit Sensoren verfolgen sie den Weg, den der Schmutz durch den Sauger nimmt, verändern ihn geschickt und machen die Geräte so noch effizienter.

„Bisher schauten Kunden beim Staubsaugerkauf vor allem auf die Leistung des Motors“, sagt Roland Illig, der Entwicklungsleiter im Staubsaugerwerk von BSH. „Doch das ändert sich jetzt. Denn die neuen Modelle saugen trotz niedrigerer Watt-Zahlen mindestens genauso gut wie die alten. Der Spagat ist uns geglückt.“

Rund 4 Millionen Euro hat die Firma vergangenes Jahr in die Entwicklung neuer Staubsaugertechnik im fränkischen Neustadt gesteckt. 2015 folgten 7,5 Millionen Euro Investitionen in die Fertigung. Damit reagierte das Unternehmen auch auf schärfere Umweltvorgaben der EU: Laut „Ökodesign-Verordnung“ sind inzwischen für neue Staubsauger nur noch 1.600 Watt Leistung erlaubt, ab 2017 nur noch 900 Watt. Wie schon Kühlschränke und Waschmaschinen müssen sich die Staubsauger zudem am neuen Energielabel messen lassen. Der bunte Aufkleber zeigt, wie sparsam, leise und sauber ein Gerät ist.

Das Staubsauger-Werk in Neustadt ist das größte in Deutschland. Rund 500 Mitarbeiter fertigen dort an die zwei Millionen Sauger im Jahr, allen voran von den Marken „Bosch“ und „Siemens“.

Um die ambitionierten Effizienz-Ziele zu erfüllen, setzten die Entwickler von BSH Hausgeräte am Gebläse an: Das kleine Schaufelrad ist neben dem Motor das wichtigste Teil im Gerät. Angetrieben vom Motor, drückt es die Luft durch Schlitze aus dem Gehäuse. Dadurch entstehen ein Unterdruck und ein starker Sog, der den Schmutz vom Boden durch das Rohr in den Beutel zieht.

Der Luftstrom kühlt auch den Motor

„In dem neuen Gebläse bewegt sich die Luft ganz anders“, sagt Illig. Speziell geformte Schaufelräder schaffen zum Beispiel Verwirbelungen weg. Das dämpft nicht nur den Schall, es verringert auch die Schwingungen im Gerät und verlängert so seine Lebensdauer.

Nebenbei kühlt der neu geregelte Luftstrom auch gleich noch den Motor. Bis zu 40 Liter Luft pro Sekunde sausen mit bis zu 200 Stundenkilometern durch den Sauger. Illig: „Da bringen schon kleine Veränderungen was.“

Auf „Norm-Teppichen“ wird das Ergebnis gemessen. Für die beste Energielabel-Klasse (A) gilt: 91 Prozent des Drecks müssen weg. „Der Staub an der Oberfläche ist kein Problem“, so Illig. „Eher der, der tiefer im Teppich steckt.“ Auch hier hat BSH eine Lösung gefunden. Illig verrät nur so viel: „Die Teppichfasern müssen sich aufstellen. Das ist das Erfolgsrezept.“


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