Wenn die Webmaschine mit dem Weber spricht

RWTH Aachen: Forscher entwickeln Assistenzsysteme für vernetzte Textilproduktion

In Zukunft kommuniziert die Webmaschine per Smartwatch oder Datenbrille mit ihrem Bediener. Wie kann man Mitarbeiter an diese neue Art des Arbeitens heranführen? Das untersucht das Projekt Soziotex an der RWTH Aachen.

Kontrolle übers Tablet: Die Forscher testen ihre Systeme auch im Technikum der RWTH Aachen. Foto: ITA

Kontrolle übers Tablet: Die Forscher testen ihre Systeme auch im Technikum der RWTH Aachen. Foto: ITA

Aachen. Die Arbeitswelt ändert sich massiv – auch in der Textil-Industrie. Dort werden Web- und Strickmaschinen bald untereinander und mit ihren menschlichen Bedienern kommunizieren.

Wie kann man Beschäftigte an diese vernetzte Produktion heranführen? „Die Frage wollen wir im Projekt Soziotex klären“, sagt Marco Saggiomo von der gleichnamigen Forschungsgruppe an der RWTH Aachen. Fünf Wissenschaftler gehen dafür seit 2015 in Textilbetriebe und testen mit den Beschäftigten verschiedene Assistenzsysteme auf ihre Tauglichkeit im Arbeitsablauf. Saggiomo: „Dazu gehören Datenbrillen, Tablets oder Smartwatches.“ 100-prozentige Verlässlichkeit und einfache Bedienung stehen für die Praktiker dabei an erster Stelle.

Meldung von der Anlage – die Smartwatch vibriert

Bisheriger Favorit: die Smartwatch. Mit ihr hat man die Hände frei. Sie könnte etwa vibrieren oder eine Nachricht absetzen, wenn im Webprozess Probleme auftreten. Eine Datenbrille könnte Schritt für Schritt anzeigen, wie ein Artikelwechsel vonstattengeht. „Das ist Lernen digital am Arbeitsplatz“, sagt Mario Löhrer, Bildungswissenschaftler im Projekt. Und besonders für jüngere Mitarbeiter attraktiv. Statt Lehrgänge zu besuchen, könnten sie so fehlende Erfahrung wettmachen.

Bei aller Technik gilt jedoch: „Wir müssen auch die Menschen mitnehmen“, so Löhrer. Deshalb sucht das Team Kontakt zu ihnen in den Betrieben.

Besonders ältere Mitarbeiter fürchten den Kontrollverlust. Marco Saggiomo kann das verstehen und hofft, die Bedenken bis 2019 ausräumen zu können. Dann endet das Projekt.


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