Menschen und Wirtschaft

Rundum lecker und gesund


Wie ein Kantinen-Chef die Belegschaft fit hält

Marklkofen. Wer kennt sie nicht, die leidigen Gespräche über fettiges oder fades Kantinenessen. Dass es auch anders geht, zeigt Stefan Kenfenheuer, der Küchenchef beim Autozulieferer Mann+Hummel im niederbayerischen Marklkofen. Der Mann setzt mit seinem Betriebsrestaurant auf gutes und gesundes Essen.

Von Mitte März an heißt es: „Nicht kneifen! Mit Leichtigkeit genießen“. Geboten wird im Rahmen einer Aktionswoche leichte Kost. Zum Beispiel Zanderfilet mit Florentinersauce und roten Kartoffeln – ein Gericht, das nur mit 338 Kilokalorien zu Buche schlägt (eine Tafel Schokolade enthält

560 Kilokalorien; oft wird vereinfacht nur von „Kalorien“ gesprochen).

„Bei uns sind aber auch viele Leute, die körperlich hart arbeiten – und die wollen was Deftiges“, gibt Kenfenheuer unumwunden zu. Schon allein aus diesem Grund bietet er den Kollegen immer zwei Menüs an. Zudem gibt es die Pasta-Station mit verschiedenen Nudelgerichten oder den Wok-Grill für Freunde fernöstlicher Küche.

Freilich: Kantinen-Schlager sind nach wie vor Currywurst mit Pommes Frites, Schnitzel oder Schweinebraten. Um seine Alternativen schmackhaft zu machen, setzt Kenfenheuer auch auf die Argumente der Betriebsärztin: Sie bietet im Umfeld der Kantine zum Beispiel die Kontrolle des Blutdrucks an.

Gemeinsam mit der Betriebsärztin und der Krankenkasse entwickelt der Küchenchef immer wieder wöchentliche Angebote – so die Osteoporose-Aktion „Kochen für gesunde Knochen“ oder die „Rapsöl-Woche“. Generell verzichtet er auf gehärtete Fette, Geschmacksverstärker und Farbstoffe.

Schon der Vater stand 37 Jahre am Herd

„Mit meinem Küchenteam leiste ich einen Beitrag, damit die Belegschaft gesund bleibt“, ist Kenfenheuer überzeugt. Wer täglich minderwertiges Essen zu sich nimmt, kann sich schlechter konzentrieren, bringt weniger Leistung. Ungewöhnlich ist übrigens, dass Kenfenheuer bei Mann+Hummel angestellt und das Restaurant betriebseigen ist. „Das ist eine besondere Sozialleistung, die unser Familienunternehmen seinen Mitarbeitern anbietet“, erklärt Personalleiter Johann Steinbrunner. Und die kommt offensichtlich an. Anderswo werden viele Kantinen aus Kostengründen verpachtet.

Nicht ohne Stolz verweist Küchenchef Kenfenheuer auf die durchwegs positiven Ergebnisse von Mitarbeiter-Befragungen. Die Begeisterung für seine Arbeit hat der Restaurantleiter wohl von seinem Vater. Der leitete zuvor die Kantine in Marklkofen – 37 Jahre lang. Der Sohn, der unter anderem auch bei einem Sterne-Koch gelernt hat, ist sich sicher: „Das ist ein Traumjob für einen Koch.“

Miriam Zerbel

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