Globalisierung

Rosen statt Opium


Grenzenloses Engagement: Wie der Kosmetik-Hersteller Börlind seine Handelspartner unterstützt

 

 

Calw. Mali, Kenia, Iran – die Rohstoffe für Naturkosmetik-Hersteller Börlind kommen aus der ganzen Welt. Das Unternehmen mit Sitz in Calw unterstützt fairen Handel und Kooperativen in diesen Ländern – und wurde dafür mehrfach ausgezeichnet.

 

 

 

Schulunterricht für Dörfer in Afrika

 

 

 

„Schönheitspflege in Harmonie mit der Natur“ lautet das Credo der Gründerin Annemarie Lindner. Es wird bei Börlind schon in der zweiten Generation gelebt: „Wir achten bei unseren Lieferanten auf menschenwürdige Arbeitsbedingungen, den Verzicht auf Kinderarbeit und gerechte Entlohnung“, sagt Schwiegertochter Daniela Lindner, Mitglied der Geschäftsführung. Die Managerin reist viel und besucht die Lieferanten regelmäßig.

 

 

 

Seit 2009 engagiert sich Börlind in Mali, Westafrika. Rund um das Dorf Siokoro in der Sahelzone wachsen Karitébäume. Deren Früchte verarbeitet man zu Sheabutter, auch Karitébutter genannt.

 

 

 

Bei ihren Besuchen lernte die Kosmetik-Expertin von den einheimischen Frauen, wie man in mühevoller Handarbeit Sheabutter aus Kariténüssen gewinnt. Sie erhielten dafür Schulungen zu Qualität und Hygiene. „Wir unterstützen sie beim Aufbau von Produktionsanlagen und Laboren“, so Lindner.

 

 

 

Zudem ermöglicht Börlind den Bewohnerinnen Siokoros und umliegender Dörfer, Lesen und Schreiben zu erlernen. Frauen aus Mali besuchen auch Börlind in Calw. Für dieses Projekt, an dem das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit beteiligt ist, wurde dem Unternehmen kürzlich von der Caritas Baden-Württemberg der Mittelstandspreis für soziale Verantwortung verliehen.

 

 

 

Einkaufspreise über dem Weltmarkt-Niveau

 

 

 

Ein anderes Beispiel: In der iranischen Provinz Kerman pflanzen Bauern Damaszener-Rosen an. Das Besondere daran: Auf diesen Flächen wurde früher Schlafmohn angebaut und zu Opium verarbeitet. „Wir arbeiten seit rund 30 Jahren mit der Zahra Rosewater-Kooperative zusammen“, berichtet Lindner.

 

 

 

 

 

 

 

Börlind zahlt im Schnitt höhere Preise als der Markt. „So helfen wir, das Einkommen von rund 1.500 Menschen zu sichern“, sagt die Chefin. Der Opiumanbau wurde so verdrängt. Stattdessen kommen aus der Gegend besonders hochwertige Substanzen: Das Rosenöl wird direkt in Kerman gewonnen. Die Provinz liegt auf 3.000 Meter Höhe, Wasser kocht da bei 85 Grad Celsius – das ermöglicht eine schonende Destillation.

 

 

 

Auch in Kenia engagiert sich das Unternehmen: „Wir helfen Bauern im Mount-Kenya-Gebirge, Avocado-, Mandel- und Sesamöl in Bio-Qualität herzustellen, und kaufen es zu fairen Preisen“, versichert die Managerin. Begonnen hatte die Initiative mit 90 Bauern, mittlerweile sind es 250.

 

 

 

 

 

Info: Die Grande Dame der Naturkosmetik

 

 

Annemarie Lindner (91), Gründerin des Naturkosmetik-Unternehmens Börlind in Calw, wurde jetzt für ihr Lebenswerk von der badischen Wirtschaft geehrt.

 

 

 

Es ist ein Preis unter vielen: Bereits 2005 erhielt Lindner in New York den „Natural Legacy Award“ und 2010 den Verdienst­orden des Landes Baden-Württemberg.

 

 

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