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Die Maulwürfe aus dem Sauerland

Rohre verlegen, ohne Gräben zu buddeln? Baumaschinenfirma Tracto-Technik macht’s möglich

Die Maschinen der Lennestädter Firma Tracto-Technik wühlen sich durch die Erde wie Maulwürfe. Das Unternehmen hat jetzt ein futuristisches Montage- und Logistikzentrum eröffnet – die größte Einzelinvestition in der Firmengeschichte.

Fertigung bei Tracto-Technik in Lennestadt: Pascal Hennecke mit Montageroboter für Erdraketen. Foto: Moll

Fertigung bei Tracto-Technik in Lennestadt: Pascal Hennecke mit Montageroboter für Erdraketen. Foto: Moll

Futuristisch: Das neue Montage- und Logistikzentrum bei der Eröffnung. Es bietet 4 500 Quadratmeter Nutzfläche bei einer Länge von 128 Metern. Foto: Werk

Futuristisch: Das neue Montage- und Logistikzentrum bei der Eröffnung. Es bietet 4 500 Quadratmeter Nutzfläche bei einer Länge von 128 Metern. Foto: Werk

Fröhliches Duo: Marketing-Chef Burkhard Rarbach mit Mauwurf, dem Markenzeichen der Firma, und Erdraketen. Foto: Moll

Fröhliches Duo: Marketing-Chef Burkhard Rarbach mit Mauwurf, dem Markenzeichen der Firma, und Erdraketen. Foto: Moll

Lennestadt. 4.500 Quadratmeter Nutzfläche bei einer Länge von 128 Metern. Ein 200 Quadratmeter großes Rundbogenfenster. Ein hervorspringender Kubus mit 800 Tonnen Gewicht: Das neue, futuristische Montage- und Logistikzentrum ist die größte Einzelinvestition des Lennestädter Baumaschinenherstellers Tracto-Technik. Ende Oktober wurde es eröffnet, am Geburtstag des Firmengründers Paul Schmidt.

Schmidt erfand in den 70er Jahren die erste deutsche Erdrakete. Mit ihr ließen sich – gut gezielt und mit Druckluft vorangetrieben – zum ersten Mal Rohre und Kabel verlegen, ohne Gräben zu buddeln. Sie arbeitet sich unter der Erde vor wie ein Maulwurf, das Markenzeichen der Firma.

Produkte von Tracto-Technik gehen in alle Welt – der Exportanteil liegt bei 60 Prozent

Auch wenn die heutigen Maschinen der Sauerländer sogar unterirdisch an Kurven entlangbohren können, ist die gute alte Erdrakete nach wie vor der Renner unter den Gerätschaften, die jährlich das Unternehmen in alle Welt verlassen. Der Umsatz betrug im letzten Jahr rund 100 Millionen Euro, bei einem Exportanteil von 60 Prozent.

350 der weltweit 520 Beschäftigten arbeiten in Lennestadt. Marketing-Chef Burkhard Rarbach: „Wir sind hier verwurzelt und halten daran fest.“ Der Neubau zeigt deutlich, dass dies kein schnödes Lippenbekenntnis ist. Zudem hat die Firma Ende 2017 in Lennestadt ein neues Technologiezentrum für Konstruktion, Forschung und Entwicklung in Betrieb genommen.

Das neue Montage- und Logistikzentrum ist ein Bekenntnis zum Industrie-Standort NRW

Das kürzlich eröffnete Logistikzentrum ist ein weiteres Symbol für den Aufbruch. Und das Bestreben, alle Abläufe zu optimieren. So wächst beispielsweise zusammen, was zusammengehört: Montage und Logistik.

Tracto-Technik setzt konsequent auf Innovationen. Beispiel: Durch ein im Durchmesser nur 60 Zentimeter kleines Loch im Asphalt der Straße verlegt heute moderne grabenlose Keyhole- Technik den Gasanschluss von der Straße zum Haus. Rarbach nennt das „Bohren durchs Schlüsselloch“.

Kunden des Baumaschinenherstellers sind Tiefbaufirmen, Stromversorger und Netzbetreiber

Ob Wasser, Gas, Strom, Glasfaser, Fernwärme, Pipeline oder Abwasser: Alles muss unter die Erde. Und Tracto-Technik weiß, wie das geht. Kunden der klugen Maulwürfe von der Lenne sind Tiefbaufirmen, Stromversorger und Netzbetreiber. Mit den Maschinen lassen sich unterirdisch Distanzen bis zu 500 Metern überwinden und Durchmesser bis zu vier Metern realisieren.

Übrigens: Fließsand mag die Technik gar nicht, da er instabil ist und das eingesetzte Werkzeug stark abnutzt. Sie mag es lieber hart – bis zum massiven Fels.


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