Nachwuchssuche eines Elektronikkonzerns

Rohde & Schwarz zeigt mit einer virtuellen Gangsterjagd, wie man Fachkräfte gewinnt

Wie ein Online-Spiel ist der Studenten-Wettbewerb des Elektronikkonzerns Rohde & Schwarz aufgebaut. Die Teilnehmer erhalten Dateien mit versteckten Botschaften und müssen rätselhafte Funksignale entschlüsseln.

Teamarbeit: Ein Blick auf die Endrunde des Wettbewerbs. Foto: Werk

Teamarbeit: Ein Blick auf die Endrunde des Wettbewerbs. Foto: Werk

Die Klappkarte enthält eine Videobotschaft. Foto: Straßmeier

Die Klappkarte enthält eine Videobotschaft. Foto: Straßmeier

München. Statt Whatsapp: Briefpapier. Statt Youtube: VHS-Kassetten. So ein Rückschritt ins analoge Zeitalter droht, wenn Dr. Gauss sein schurkisches Vorhaben in die Tat umsetzt – und das ganze Internet löscht …

Zum Glück gibt’s den Bösewicht Dr. Gauss nur im Spiel: Er ist Hauptfigur der „Engineering Competition“, einem Wettbewerb des Münchner Elektronikkonzerns Rohde & Schwarz für Studierende. Mit der virtuellen Verbrecherjagd geht der Spezialist für drahtlose Kommunikationstechnik neue Wege in der Nachwuchssicherung.

„Recrutainment“ nennt sich die Mischung aus Bewerbersuche und Unterhaltung. Damit treffen Firmen den Nerv von jungen Leuten, die mit Internet und Smartphone aufgewachsen sind – und jetzt auf Jobsuche gehen. „Wir kommunizieren heute in anderen Formaten“, erklärt Hans Knapek, Bereichsleiter Personal und Mitglied der Geschäftsleitung bei Rohde & Schwarz.

Rätselhafte Funksignale

Der Konzern (10.000 Mitarbeiter weltweit) wirbt schon länger mit einem Wettbewerb um angehende Ingenieure. Neu ist die Verknüpfung mit spannenden Spielelementen: Die Studierenden bearbeiten nicht nur Aufgaben – sie werden selbst Teil der Story!

Immer wieder bekommen sie in der Vorrunde Überraschungen geboten: Eine Datei mit versteckten Informationen, Video-Botschaften, rätselhafte Funksignale, die es zu entschlüsseln gilt. Zunächst arbeitet man zu Hause an diesen Aufgaben, in selbst gewählten Teams. Die Besten dürfen zum Finale in die Firmenzentrale reisen.

Dort wird mit Hightech-Equipment weiter nach dem Schurken gesucht – bis sein Versteck gefunden ist. Technisches Geschick und Teamgeist führen zum Ziel. „Wir wollen Leute mit Durchhaltevermögen, die dranbleiben, wenn es ein Problem zu lösen gibt“, sagt Personalleiter Knapek.

Und genau solche Kandidaten lerne man bei dem Wettbewerb kennen. Auch Studierende technischer Fachrichtungen aus dem Ausland sind dabei, etwa aus den USA oder Singapur.

Ein halbes Dutzend fester Arbeitsverhältnisse hat sich in den vergangenen Jahren so entwickelt (Praktikanten nicht mitgezählt). „Manchen Bewerber hätten wir ohne Dr. Gauss nicht kennengelernt“, betont Knapek.

Zwar sei der Wettbewerb kein Ersatz für die klassische Personalauswahl inklusive Bewerbungsgespräch. Doch wer die kniffligen Aufgaben gelöst hat, bringt Pluspunkte mit: „Er zeigt, dass ihn die Technik anspricht und er sich mit dem Unternehmen beschäftigt hat.“


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