Was nicht ins Essen gehört ...

Röchling Sustaplast produziert Kunststoff, den Metalldetektoren aufspüren können

Pizza-Produktion: Die Lebensmittel laufen über lange Förderbänder. Foto: dpa

Lahnstein. Fremdkörper im Essen? Das soll nicht passieren! In der Lebensmittel-Industrie kann schließlich der kleinste Fehler weitreichende Folgen haben: Gesundheitsschäden, Rückruf-Aktionen, Kundenverlust.

Damit es gar nicht erst so weit kommt, prüfen Metalldetektoren die Ware noch während der Produktion auf eventuelle Verunreinigungen – und schlagen sogar bei Kunststoff-Teilchen Alarm. Wie das geht? Es gibt sogenannte detektierbare Kunststoffe. Das sind formbare Kunststoffe (Thermoplaste), die Metall enthalten und somit das Magnetfeld der Suchgeräte stören. Im Ernstfall ertönt ein Signal.

Das Unternehmen Röchling Sustaplast produziert das spezielle Material am Standort in Lahnstein. „Wir arbeiten in den Kunststoff feinste Stahlpartikel ein“, erklärt Norbert Hendel, Ingenieur im Bereich Marketing und Entwicklung. Der Anteil der Partikel ist sehr gering: „Der Kunststoff darf seine besonderen Eigenschaften dadurch nicht verlieren“, betont der Experte.

Egal, ob in der Herstellung von Pizza, Fleisch oder Backwaren: Thermoplaste sind in der Lebensmittel-Industrie unverzichtbar. Bestanden die Fertigungsanlagen früher zum Großteil aus Metall, sind heute zahlreiche Komponenten aus dem Werkstoff. Zum Beispiel Laufrollen, Gleitschienen oder Teile der Förderbänder bestehen aus Kunststoff. Im Gegensatz zu Metall ist er leichter und einfach zu reinigen – und hält trotzdem denselben hohen mechanischen Belastungen stand.

Doch auch bei Kunststoff kann man nicht ausschließen, dass durch Fehler unbeabsichtigt kleinste Bruchstücke ins Essen gelangen. Umso wichtiger ist es, dass übliche Metalldetektoren auch diese Teilchen automatisch und zuverlässig aufspüren können.

Früher mussten Mitarbeiter Kunststoff-Stückchen anhand der Farbe erkennen

Interessant: „Früher mussten die Mitarbeiter Fremdkörper aus Kunststoff anhand von Farben erkennen“, erzählt Hendel. Aus diesem Grund sind viele Maschinenteile in der Lebensmittelproduktion noch heute blau – und fallen auf. Blaue Lebensmittel gibt es schließlich kaum.


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