Mittelstand

Roboter packt Medikamente in die Kältekammer


Die Martin Christ GmbH setzt für die Pharma-Industrie neue Zeichen

Bremen. Er läuft und läuft und läuft! Monatelang wurde der neu entwickelte Paketroboter aus Bremen getestet. Jetzt kann das Hightech-Produkt in Serie gehen.

Der Roboter kann vollkommen selbstständig Pakete aus Containern entladen. Das System erkennt  Pakete im Laderaum, greift sie und legt sie danach auf einem Förderband ab. Ohne müde zu werden oder die Bandscheiben von Menschen zu belasten! In der Pilotphase schaffte die Anlage pro Stunde bereits rund 450 Pakete, bald werden es schon 600 sein.

Von der Idee über die Entwicklung bis zur Marktreife des weltweit einzigen Paketroboters waren nur Unternehmen der bremischen Metall- und Elektro-Industrie und das Bremer Institut für Betriebstechnik und angewandte Arbeitswissenschaft (BIBA) der Universität beteiligt.

Eintönige Arbeit automatisieren

Vor fünf Jahren hatte der frühere Postfrachtzentrums-Leiter in Bremen, Hermann Franck, die zündende Idee. Auf der Suche nach einer Lösung, die eintönige Arbeit in der Packstation zu automatisieren, fand er in Wolfgang Echelmeyer, Projektleiter des BIBA, einen Verbündeten.

„Wir haben überlegt, wie sich logistische Prozesse durch die Verknüpfung neuer Technologien  optimieren lassen“, erklärt Ingenieur Echelmeyer. Das Ergebnis intensiver Arbeit steht heute als beispielhafte Entwicklung im internationalen Forschungszentrum „DHL Innovation Center“ der Deutschen Post in Troisdorf – der weltweit erste vollautomatische Paketroboter.

In der Praxis schon bewährt

Für die „Intelligenz“, also die Software, zeichnet die EADS Astrium GmbH verantwortlich. Entwicklungsingenieur Ingo Ahrns erläutert die Funktionsweise: „Ein 3-D-Laserscanner scannt die Paketlagen im Container-Innenraum. Das Scannerbild wird auf den PC übertragen. Hier werden die Koordinaten für den Greifer ermittelt.“ So gesteuert, kann der Roboter kubische, lose, standardisierte Pakete aufnehmen und auf einem Teleskopförderband ablegen.

Die Entwicklung von Roboter und Greiftechnik hat das BIBA übernommen, die Fertigung und Integration der einzelnen Komponenten beim Kunden hat ThyssenKrupp Krause in Bremen-Nord geleistet. Zudem wurden die Entwickler von der Hansestadt Bremen mit Geldern der Wirtschaftsförderung unterstützt. Auch die Deutsche Post gab Entwicklungsgelder.

In der Praxis hat sich der Paketroboter bereits erfolgreich bewährt: Neben dem „Ansichtsexemplar“ in Troisdorf  ist ein Prototyp im DHL-Logistikzentrum in Essen im Einsatz.

Für die Zukunft sehen die Beteiligten große Verkaufschancen: „An solchen Lösungen gibt es in der gesamten Logistikbranche  einen  erheblichen Bedarf. Alle wollen die Arbeit erleichtern“, sagte Echelmeyer.

Einsatzfelder für das System sieht Jörg Bunke von ThyssenKrupp Krause vor allem im Kurier-, Express und Paketmarkt (KEP) und im Containermarkt, und da besonders in den ergonomisch problematischen Arbeitsbereichen. Schon die ersten Reaktionen der Logistik-Branche auf die Innovation stimmen ihn zuversichtlich: „Mit dieser Zukunftstechnologie werden wir langfristig Arbeitsplätze sichern.“

BK/LS

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