Von Generation zu Generation

Rhodius, Renolit & Co.: Familienunternehmen prägen die Wirtschaft in Rheinland-Pfalz

Burgbrohl. Eigentlich wollte Karl Tack in die Wissenschaft. Doch als er in die traditionsreiche Unternehmerfamilie Rhodius einheiratete, änderten sich die Pläne. Tack leitet nun seit mehr als 25 Jahren die Firma Rhodius Mineralquellen in Burgbrohl, die seit sieben Generationen im Familienbesitz ist.

Betriebe wie dieser prägen die Wirtschaft in Rheinland-Pfalz, über 90 Prozent sind in Familienhand. Sie erwirtschaften über die Hälfte aller Umsätze und beschäftigen 60 Prozent aller Mitarbeiter. Bei Rhodius Mineralquellen füllen die rund 200 Mitarbeiter jährlich etwa 220 Millionen Liter Getränke ab, darunter Mineralwasser der Eigenmarke und Lizenzprodukte wie Pepsi und Bluna. Auch Energy- und Sportlerdrinks werden am Standort hergestellt.

„Familienunternehmen ticken anders“, sagt Karl Tack. „Wir müssen uns am Markt behaupten und parallel unsere Familienpolitik gestalten“, beschreibt der Inhaber die Herausforderung. Familienbetriebe sind in ihrer Region stark verwurzelt. Tack selbst saß 20 Jahre lang im Gemeinderat von Burgbrohl, noch heute fördert er Sportvereine und kulturelle Veranstaltungen.

In den kommenden zwei Jahren wird der 65-Jährige das Ruder an die nächste Rhodius-Generation übergeben. Zu entscheiden, wer künftig die Geschicke der Firma leiten soll, war nicht leicht: „Unsere vier Kinder mussten sich harten Tests stellen“, erzählt Tack. Ein Studium, Auslandsaufenthalte und mehrere Jahre Berufserfahrung in anderen Firmen waren Voraussetzung, ebenso die Akzeptanz durch den Beirat und die Mitarbeiter.

„Zwei meiner Söhne lieferten ihr Gesellenstück ab, indem sie eine Brauerei vor der Pleite retteten“, berichtet Tack stolz. Sohn Hannes verantwortet bereits die Technik und Produktion. Tochter Frauke übernimmt die Verantwortung für Marketing, Vertrieb und Export. „Sie sägt fleißig an meinem Stuhl, jeden Morgen fege ich eine Handvoll Späne weg“, sagt Tack und lacht.

Da Rheinland-Pfalz ein guter Standort ist, haben 20 der 500 größten deutschen Familienbetriebe hier ihren Sitz, darunter der Hightechfolien-Hersteller Renolit aus Worms. Gegründet hat ihn einst Jakob Müller als Sieben-Mann-Betrieb. Heute beschäftigt die Firma 4.500 Mitarbeiter weltweit. Müllers Erben sitzen im Aufsichtsrat und Beirat. „Ein Familienunternehmen zeichnet eine langfristige Orientierung der Eigentümer aus“, betont Michael Kundel, Vorstandsvorsitzender der Renolit SE. „Kurzfristige Profite spielen keine Rolle. Wichtig ist, wie Renolit in 10, 20 Jahren dasteht.“ Deshalb verbleiben große Teile der Gewinne im Unternehmen. „Die nutzen wir für zukunftsträchtige Investitionen.“

Auch der Lack-Spezialist Jansen in Bad Neuenahr-Ahrweiler ist ein Familienunternehmen. „Die Familie entscheidet in puncto Strategie und Geschäftspolitik mit“, sagt Geschäftsführer Peter Jansen. Aus den Reihen der Familie fand sich kein Nachfolger, die Namensgleichheit ist reiner Zufall. Mit 75 Mitarbeitern ist der Betrieb klein: „Wir müssen aber dieselben Herausforderungen meistern wie die Großen“, so Jansen. „Und die Aktenberge mit weit weniger Personal bewältigen.“


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