Hier kann sozusagen jeder alles!

Reis-Verpackungen setzt auf Flexibilität und Schnelligkeit

Als ziemlich kleiner Industriebetrieb dem harten Wettbewerb standhalten? Geht – mit sehr flexiblen Mitarbeitern und ganz speziellen Maschinen. Das zeigt eindrucksvoll die Firma Reis-Verpackungen in Gütersloh.

Umbau: Mieczyslaw Kròl beim Einrichten einer Klebemaschine. Foto: Scheffler

Umbau: Mieczyslaw Kròl beim Einrichten einer Klebemaschine. Foto: Scheffler

Feintuning: Torsten Schubert beim Werkzeugwechsel. Foto: Scheffler

Feintuning: Torsten Schubert beim Werkzeugwechsel. Foto: Scheffler

Kontrolle: Dirk Combrink bei der Qualitätsprüfung einer antistatischen Verpackung. Foto: Scheffler

Kontrolle: Dirk Combrink bei der Qualitätsprüfung einer antistatischen Verpackung. Foto: Scheffler

Tüftler und Tochter: Firmenchef Udo Reis und Nicole Reis-Mertens mit einer Präsentationsmappe. Foto: Scheffler

Tüftler und Tochter: Firmenchef Udo Reis und Nicole Reis-Mertens mit einer Präsentationsmappe. Foto: Scheffler

Gütersloh. „Manchmal wechsle ich an dieser Maschine mehrmals am Tag ein Werkzeug –manchmal bleibt es aber auch eine Woche drin“, sagt Torsten Schubert. Dann kümmert er sich weiter um das Stanzwerkzeug, das er für den nächsten Auftrag vorbereitet.

Flexibilität und Schnelligkeit sind entscheidend

Maschinenführer Schubert gehört zum kleinen Team der Firma Reis-Verpackungen in Gütersloh. Mit gerade mal elf Mitarbeitern hält dieser Familienbetrieb im Wettbewerb mit.Wie das geht? Die Westfalen sind Spezialisten für Sonderverpackungen in kleinen bis mittelgroßen Auflagen. Flexibilität und Schnelligkeit sind hier entscheidend fürs Geschäft.

„Wenn es bei einem Kunden brennt, ändern wir schon mal die aktuelle Produktionsplanung – dann springen alle mit ein, um den Auftrag schnell abzuwickeln“, erläutert Juniorchefin Nicole Reis-Mertens, die nach ihrem Studium der Betriebswirtschaftslehre 1999 in die Firma eintrat.

Für die Mitarbeiter kein Problem: „Jeder kennt Maschinen und Abläufe und weiß, worauf es ankommt“, so Dirk Combrink, zuständig für Auftragskalkulation, Arbeitsvorbereitung und Qualitätssicherung.

Seit fast 70 Jahren stellt die Familie Reis Verpackungen für unterschiedliche Produkte und Anwendungen her: Einsteckhüllen für Bücher, Angebotsmappen mit Volumen, die hier maschinell aufgerichtet und verklebt werden, Medienverpackungen, aufwendige Faltschachteln für Geschenke oder Produktpräsentationen.

Verarbeitet werden Vollpappe, vom Grau- bis zum Sulfatkarton, sowie Wellpappe und Folien. Zu den Kunden zählen internationale Konzerne, aber auch Unternehmen mittlerer Größe aus Deutschland.

Viele selbst entworfene oder modifizierte Maschinen

Udo Reis, der die Firma gemeinsam mit seiner Tochter leitet, ist Ingenieur und stattete den Betrieb mit Spezialmaschinen und Sonderkonstruktionen aus, die nach seinen Ideen gebaut wurden. „So können wir aufwendige Verpackungen mit vielen verschiedenen Klebepunkten maschinell fertigen, die sonst nur in Handarbeit hergestellt werden könnten“, erklärt Reis. Dazu zählen etwa Kartonagen, in denen neben einem Backbuch noch eine Backform Platz haben soll, oder bedruckte Sammelboxen etwa für die „Harry Potter“-Bände.

Zusammen mit einem kleinen Maschinenbauer bauen die Gütersloher oft Maschinen aus oder auch um. „Die Bastelleidenschaft liegt uns hier im Blut, und sie ist wichtig, damit wir uns am Markt behaupten“, betont der Unternehmer. Durch ein über Jahre aufgebautes Netzwerk aus vielen kleineren Firmen – darunter Druckereien, Werkzeugmacher und Veredler – kann Reis seinen Kunden ein weites Spektrum an ganz verschiedenen Ausführungen diverser Verpackungen anbieten.

Im Gegenzug werden in dem kleinen Betrieb für viele Druckereien Lohnarbeiten erledigt: Stanzen, Kleben und Konfektionieren. Juniorchefin Reis-Mertens ist überzeugt: „Man muss nicht alles selber machen, um dem Kunden am Ende ein optimales Ergebnis liefern zu können.“


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