Medizintechnik

Reiner ist keiner


Hätten Sie’s gewusst? Miele stellt auch Geräte zur Desinfektion und Sterilisation her

Bielefeld. Waschmaschinen, Trockner, Geschirrspüler, Küchengeräte und Staubsauger von Miele: Klar, die kennt man. Aber wussten Sie, dass der bekannte Hersteller auch Arztpraxen, Labors und Krankenhäuser beliefert?

Miele produziert auch Geräte zur Reinigung, Desinfektion und Sterilisation. Und im Frühjahr bringt der Hersteller sogar eine Reinigungschemie für Zahnarzt-Instrumente auf den Markt, entwickelt mit einem Partner. „Damit baut Miele sein Angebot als Systemanbieter in der Medizintechnik weiter aus“, sagt Andreas Barduna, Leiter von Miele Professional International.

Auch in diesem Markt ist die Firma weltweit Technologieführer. Während sie die Reinigungs- und Desinfektionsgeräte in Bielefeld fertigt, kommen die Sterilisatoren aus dem österreichischen Bürmoos.

Klinik muss alles dokumentieren

Und all diese Geräte müssen höchsten Ansprüchen genügen: Ob OP-Messer, Beatmungsschläuche oder Endoskope für minimal invasive Operationen – „all das muss im Dienste der Gesundheit absolut rein sein“, so Barduna.

Systemanbieter Miele verkauft seine Erzeugnisse mit einem Rundum-Paket – inklusive Beratung, Wartung und Finanzierung. Noch dazu moderne Software, mit denen Kliniken und Praxen Bestand und Nutzung ihrer Instrumente lückenlos dokumentieren. Dahinter steckten komplexe Prozessabläufe, so Barduna: „Zumal es auch um rechtliche Fragen gehen kann.“ Schließlich gelten für die Hygiene in der Medizin gesetzlich verordnete höchste Standards – alles im Kampf gegen Erreger und Resistenzen.

Eine große Bedeutung hat da auch das von Miele entwickelte Reinigungsverfahren „Oxivario Plus“. „Es macht die gefährlichen Prionen unschädlich. Sie sind die Ursache der Creutzfeldt-Jakob-Krankheit“, erklärt Barduna. Diese Eiweiße fallen etwa bei Eingriffen am Zentralen Nervensystem an. Und lassen sich nur schwer von OP-Geräten entfernen. Oxivario Plus ist deshalb eines der wichtigsten Mittel zur Prophylaxe. Barduna: „Das kann so nur Miele.“

Einiges erinnert an den Geschirrspüler

Aber schon bei normalen Gefahrstoffen seien ausgetüftelte Reinigungsprozesse und  effektive Geräte gefragt, so Stefan Breit, Leiter des Bielefelder Medizintechnik-Werks.

Ein Reinigungs- und Desinfektionsgerät hat es in sich: Schläuche für die Wasserzu-  und -abfuhr; Filter mit groben und feinsten Sieben; Spülarme, Spüldüsen, Umwälzpumpe und vieles mehr. Einiges kennt der Laie vom Geschirrspüler zu Hause. Nur mit einem Unterschied, so Breit: „Für den Einsatz in der Medizin ist alles noch komplexer, noch präziser, noch zuverlässiger und sicherer.“

Auch durch Sensoren: So sorgt „Perfect Flow“ mit Ultraschall-Technik dafür, dass die Dosierung der Chemikalien stets exakt stimmt. „Perfect Speed“ wacht über die Rotationsdrehzahl jedes Spülarms. Und „Perfect Pure“ verhindert, dass Rückstände im letzten Spülgang zurückbleiben. Breit: „Kommt es da zu geringsten Abweichungen, bricht das Gerät das Programm automatisch ab.“

Mit Medizin-Hightech will Miele weiter wachsen – und hat jüngst in Bielefeld 17 Millionen Euro investiert. Auch in eine neue Halle, in der die Reinigungs- und Desinfektionsgeräte vom Band laufen. Breit: „Hier kommen bald weitere Prüfstände hinzu. Denn wir peilen bis 2016 eine deutliche Steigerung der Stückzahlen an.“

Ulrike Wirtz

Info: Miele & Cie. KG

Der Hersteller mit Hauptsitz in Gütersloh beschäftigt weltweit 16.600 Mitarbeiter, zwei Drittel davon hierzulande. Der Umsatz erreichte im Geschäftsjahr 2009/2010 gut 2,8 Milliarden Euro (Medizintechnik: 85 Millionen Euro).

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