Hier wurde investiert

Reifenhersteller Pirelli Breuberg hat die Endkontrolle der Pneus Maschinen übergeben

Breuberg. Wieder hat einer der Roboter eine Palette mit Reifen beladen. José Antunes schnappt sich die Ladung mit dem Stapler und eilt zur Übergabe an die Logistik. Rasch ist er zurück, wieder warten volle Paletten auf ihn.

Antunes arbeitet im Pirelli-Werk in Breuberg im Odenwald – in einer futuristischen Umgebung. Seit Juli 2014 ist hier die „automatische Reifeninspektion (Auto-FIN)“ in Betrieb. Es ist ein komplexes und zugleich extrem flinkes System, das die Endkontrolle und Übergabe der vielen Tausend täglich produzierten Reifen regelt.

Unentwegt beschickt ein Laufband die Auto-FIN mit Reifen, die in der Werkhalle nebenan gerade die Sichtkontrolle passiert haben. Ein Laserscanner erkennt den Reifentyp auf dem Barcode-Etikett – das Werk produziert zeitgleich etwa 100 verschiedene Reifen. Das Etikett bleibt während der gesamten Nutzungsdauer am Reifen; dort sind alle wichtigen Daten hinterlegt, auch der Produktionstermin.

Je nach Typ leitet das Laufband die Reifen an bestimmte Plätze. Christian Grün, Leiter der Endkontrolle, erklärt: „Das System kommandiert eine Reihe von Industrierobotern, die die Reifen automatisch ordnen und zwischenlagern.“ Und es schickt die Reifen zu einem von gut 20, ebenfalls mit Laserscannern ausgestatteten Prüfautomaten.

„Die Auto-FIN läuft tadellos“, sagt Grün, und man spürt den Stolz in seinen Worten. Als Projektleiter war er für ihren Aufbau bei laufender Produktion mitverantwortlich. Am gleichen Platz! Das Millionen-Projekt hat ihn und seine Kollegen gut anderthalb Jahre auf Trab gehalten. „Die Arbeit ist wesentlich leichter geworden“, sagt er.

José Antunes nickt – denn früher hat er zum Beispiel per Hand die Prüfautomaten gefüttert: „800 Reifen reinwuchten und rausheben – die gut 22 Tonnen pro Schicht hat man am Abend im Rücken gespürt.“ Rund 50 Mitarbeitern hat Auto-FIN die körperlich schwere Arbeit abgenommen. Aber nicht den Job bei Pirelli. „Die Kollegen sind für andere Aufgaben im Werk geschult worden“, erläutert Produktionsdirektor Roland Jung. Und Arbeit gibt’s genug: 2014 war bei hoher Auslastung ein „super Jahr mit klasse Zahlen“.

Die automatische Endkontrolle spart zudem Kosten. „Je effizienter wir herstellen und je höher unsere Auslastung ist, desto sicherer sind unsere Arbeitsplätze“, verdeutlicht Jung die Zusammenhänge. Und desto sicherer komme die nächste Modernisierungsinvestition, die sich wiederum positiv auf die Kennzahlen auswirke.

Jung fügt hinzu: „Wettbewerbsfähigkeit ist nicht nur eine Frage moderner Maschinen.“ Entscheidend seien auch „gut geschulte und motivierte Mitarbeiter, die sie bedienen“. Das Unternehmen hat ein umfangreiches Schulungsprogramm in Gang gesetzt, veröffentlicht in jedem Bereich die Produktionskennzahlen und zahlt für Verbesserungen Prämien. In der Folge hat sich die Wettbewerbsfähigkeit weiter verbessert.


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