Technik hilft beim Marathon

Reifenhersteller Continental legt für Adidas eine flotte Sohle auf die Straße

Hannover. Kraft ist Masse mal Beschleunigung: Dieses Naturgesetz entscheidet nicht nur beim Auto, sondern auch bei Läufern über die Schnelligkeit. Wenn ein Sprinter etwa fixer startet, hat er die besseren Karten, als Erster im Ziel anzukommen. Entscheidend dafür, wie rasch der Sportler in die Gänge kommt, ist der Grip.

Kein Wunder also, dass der Sportschuh-Hersteller Adidas und die Reifenprofis von Continental aus Niedersachsen seit 2007 gemeinsame Sache machen. Jetzt startete Continental dazu eine multimediale „GetYourGrip“-Kampagne.

Rezepturen auch für Laufkomfort auf Eis

„Es wurde Zeit, die durch den Technologie-Transfer von Reifen zu Schuhen erzielbaren Leistungssteigerungen bekannter zu machen“, sagt Alexander Bahlmann, Leiter der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Pkw-Reifen weltweit bei Continental. „Um 30 Prozent kann die Bodenhaftung erhöht werden – das bedeutet für jeden Schritt ein bis zwei Millimeter weniger Rutschen.“

Inzwischen hat Adidas mit der von Conti produzierten „Traction-Compound“-Sohle schon gut 80 verschiedene Schuhe auf den Markt gebracht – in einer Menge von insgesamt rund vier Millionen Paaren. Und die Technologie-Kooperation mit dem Autozulieferer führte sogar zu etlichen Rekorden von Profi-Marathon-Läufern und -Läuferinnen.

„Der Kenianer Wilson Kipsang hat beispielsweise beim Berlin-Marathon im Jahr 2013 einen Weltrekord mit unseren Sohlen aufgestellt“, berichtet Bahlmann. Auch die Zwillinge Anna und Lisa Hahner, die zu Deutschlands schnellsten Läuferinnen auf dieser mythischen Distanz zählen, schwören auf die Hightech-Schuhe. Die drei Athleten posierten jetzt für Conti auch beim Start der Kampagne.

Kluger Kopf hinter den flotten Sohlen ist der Chemiker Konstantin Efimov, der bei Continental in Hannover mit seinen Kollegen eigentlich Pkw-Reifen entwickelt. Quasi im Nebenberuf kümmert er sich um Gummimischungen für die Sportschuhe.

„Was für Autoreifen gilt, gilt auch für Sportschuhe“, erklärt Efimov: „Je besser die Bodenhaftung, desto schneller kommt man voran.“ Zwar seien einige Reifen-Zutaten in Sportschuhen nicht erlaubt. Aber die geheime Substanz, die Continental-Reifen weltweit erfolgreich mache, sei auch in den Sohlen drin. Selbst für Laufkomfort und Sicherheit auf Schnee und Eis gibt es mittlerweile Rezepturen.

Conti-Pressemann Alexander Bahlmann ist zuversichtlich, dass diese Nachfrage nach den Gemeinschaftsprodukten künftig noch weiter wachsen wird. Zumal die Partnerschaft von Adidas und Continental noch einige „Überraschungen für die Laufwelt“ in petto halte.


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