Rohstoffpreise

Raus aus der Kosten-Falle!


Material hat sich in den letzten Jahren verteuert – ein Problem für die Metall- und Elektro-Betriebe

„Dieser Anstieg tut uns richtig weh“

Leuchten-Zulieferer steckt in der Klemme

Arnsberg. Tag für Tag verarbeitet die Arnsberger Firma BJB Bronze gleich tonnenweise, etwa für die Kontakte von Lampenfassungen. Ein teurer Spaß: Denn der Bronzepreis hat sich seit 2005 verdoppelt.  „Das tut richtig weh“, sagt Ulrich Klein, der kaufmännische Leiter. Bronze besteht zum größten Teil aus Kupfer – und dieses Metall wurde deutlich teurer.

Die Fassungen, Klemmen und Schalter der westfälischen Firma (weltweit 900 Mitarbeiter) gehen an die Leuchtenindustrie. „Und die lässt sich die gestiegenen Rohstoffpreise nicht aufs Auge drücken“, meint Klein.

Sie steht selbst unter Druck. 1.200 Leuchtenhersteller in Europa buhlen um Aufträge. Die Folge ist  ein harter Wettbewerb. Deshalb drücken sie ihre Zulieferer wie BJB.

So ergeht es vielen Branchen in der Metall- und Elektro-Industrie. 2007 stiegen hierzulande die Preise für M+E-Erzeugnisse lediglich um 1,5 Prozent und damit halb so stark wie die allgemeine Teuerungsrate. Im Dezember lag das Plus gar bei nur 0,3 Prozent.

Wenn das Mehl teurer wird, erhöht der Bäcker einfach seine Preise – das können wir uns nicht leisten “, so Klein. Schließlich müsse sich das Unternehmen wie seine Kunden weltweit behaupten. Es erwirtschaftet vier von fünf Euro im Export.

Um aus der Kostenklemme herauszukommen, setzt der Zulieferer auf kräftiges Wachstum, nach dem Motto: Dann muss es eben die Masse bringen. „Wir müssen ständig rationalisieren, sonst läuft da nichts“, weiß Klein.

Und obendrein macht auch noch der niedrige Dollarkurs zu schaffen, der deutsche Produkte in den USA automatisch verteuert. Aber nicht nur dort. Klein: „Auch Kunden in Asien rechnen in Dollar ab. “

 

„Wir müssen unsere Leistung erhöhen“

Maschinenbauer: Jeder zweite Euro fürs Material

Fridingen. „Unsere Kosten sind gestiegen, doch Preiserhöhungen sind nicht drin“, sagt Bernd Scholz, Geschäftsführer der Firma Klöckner Desma Elastomertechnik (400 Mitarbeiter) mit Stammsitz im schwäbischen Fridingen.

50 Prozent der Kosten des Herstellers von Spritzgießmaschinen und Werkzeugen entfallen aufs Material. Vor allem Stahl hat sich stark verteuert: gegenüber 2004 um fast 100 Prozent, allein seit 2006 um 18 Prozent.  „Wir mussten letztes Jahr 500.000 Euro mehr fürs Material ausgeben, die auf den Ertrag drücken“, so Scholz. Zudem legten die Personalaufwendungen weiter zu. Sie machen 30 Prozent der Kosten aus.

Den Druck kann der Betrieb  nur mit einer höheren Produktivität  auffangen. Scholz: „Wir müssen unsere Leistung je Mitarbeiter noch weiter erhöhen.“

Für eine Entlastung würden die vier Auslandswerke sorgen: „Die günstige Fertigung, vor allem in der Slowakei und Indien, stärkt den Ertrag und sichert die  Stellen in Fridingen.“

 

„Nur schwarze Null“

Gießerei kann kaum rationalisieren

Langenau. Dieter G. Meixner sieht sich in der Zwickmühle: „Preise einfach anheben? Da machen unsere Kunden aus dem Maschinenbau nicht mit“, sagt der Geschäftsführer der  Metallwerk Langenau GmbH. Der 30-Mann-Betrieb ist eine Nichteisenmetallgießerei, die Gleitlager für Getriebe und Motoren herstellt.

Das Gros der Kosten enfällt aufs  Personal. Zwar sind die Aufwendungen im vergangenen Jahr erneut gestiegen, aber das Hauptproblem sind derzeit die Materialkosten. Die legten 2007 gegenüber dem Vorjahr um die Hälfte zu. Egal ob Zinn, Kupfer oder Nickel: Alles wurde teurer. Meixer: „Insgesamt haben wir im letzten Jahr  900.000 Euro fürs Material bezahlt, 300.000 Euro mehr als 2006.“ Und das bei einem Umsatz von nur 2,7 Millionen  Euro.

Letzter dicker Brocken sind die Energiekosten. 80.000 Liter Heizöl verbraucht die Gießerei im   Jahr.   Sie sind 2007 um 15 Prozent gestiegen.

Rationalisieren und damit Kosten senken kann die Firma kaum. Dazu wären größere Stückzahlen nötig. Denn meist  bestellen die Kunden nur Einzelstücke und Kleinserien. Folge:  „2007 haben wir so gerade  mit einer schwarzen Null abgeschlossen“, bedauert Meixner.

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