Auf der Suche nach Leben im All

Raumfahrt-Unternehmen OHB liefert Technik für Mars-Expedition

Oberpfaffenhofen. Das geht bisher nur im Film: Als „Marsianer“ pflanzt Schauspieler Matt Damon Kartoffeln auf dem Roten Planeten, um im All nicht zu verhungern. Mit einer echten Marsmission wollen die Europäische Weltraumorganisation ESA und die russische Agentur Roskosmos nun ergründen, ob es auf unserem Nachbargestirn tatsächlich einmal Leben gab – oder womöglich noch gibt.

2020 schicken sie dazu den Rover „Exomars“ auf die Reise. Er soll erstmals tiefer in den Marsboden bohren und die Proben gleich vor Ort unter die Lupe nehmen. Dabei hilft Technik des Raumfahrtunternehmens OHB. Am neuen Standort Oberpfaffenhofen bei München werden hierfür sensible Instrumente zusammengesetzt: in einem hochreinen Speziallabor – damit man keine Keime von der Erde einschleppt. Von OHB stammen unter anderem ein Mahlwerk, das die Gesteinsproben zerkleinert, und ein Mini-Karussell, das sie auf Untersuchungsstationen im Rover verteilt. Auch an einem zur Mission gehörenden Satelliten zur Erforschung der Marsatmosphäre ist OHB beteiligt. Er startete bereits im März.

Wetter lässt sich bald noch genauer vorhersagen

OHB ist Auftragnehmer und Lieferant für viele große Weltraum-Missionen. Rund 30 Millionen Euro investierte die Firma in ihre jüngst eröffnete „Raumfahrtfabrik“ in Oberpfaffenhofen. Das Gebäude mit Reinräumen, Büros und Laboren bietet Platz für etwa 400 Mitarbeiter. Für Entwicklung, Fertigung und Tests optischer Instrumente sind die beiden reinsten Räume dort bestimmt: Maximal 3.520 Staubpartikel pro Kubikmeter Luft dürfen darin schweben (zum Vergleich: Ein Kubikmeter Raucherluft enthält 100 Millionen Partikel).

Einer der Räume ist mit einer besonderen Bodenplatte ausgestattet: Ein 42 Tonnen schwerer Granitblock „schwimmt“ wie auf einer Luftmatratze und federt so bei den Arbeiten störende Erschütterungen ab.

Einer der ersten Nutzer der Einrichtung ist ein Projektteam für einen Umweltsatelliten zur Erdbeobachtung. Gleich nebenan entstehen Instrumente der neuen Flotte europäischer Wettersatelliten – für noch genauere Vorhersagen.


Artikelfunktionen


Diese Beiträge könnten Sie auch interessieren:

'' Zum Anfang