Viel Power rund um die Uhr

Raffiniert und umweltfreundlich: Wie Waschstraßen in modernen Großwäschereien funktionieren


Hannover/Harsum. Deutschland hat mehr als 2.000 Krankenhäuser – und in den größten von ihnen entstehen täglich rund 15 Tonnen Schmutzwäsche. Das lässt ahnen: Die Maschinen, die solche Herausforderungen meistern, müssen ein paar Klassen größer sein als die heimische Waschtrommel.

Presspolster helfen sparen

Ein Kautschuk-Unternehmen, das in diesem großvolumigen Geschäft stark präsent ist, heißt ContiTech Vibration Control. Die Firma mit Sitz in Hannover entwickelte zum Beispiel sogenannte Presspolster für das Ungetüm auf dem großen Foto rechts – eine Entwässerungspresse.

Solche Anlagen werden in Waschstraßen oft anstelle von Schleudern oder Zentrifugen verwendet. „Sie drücken vor dem Trocknen schon große Mengen Wasser aus den Textilien“, erläutert Peter Eckwerth, Leiter Vorausentwicklung & Projekte Industrie. „Unsere Druckkissen verteilen die Kräfte gleichmäßig auf die Wäsche, sodass eine optimale Entwässerung erzielt wird.“

Beim Waschstraßen-Hersteller Jensen-Senking in Harsum, gut 20 Kilometer südöstlich von Hannover, ist man auf diese Kautschuk-Komponenten gut zu sprechen. Dessen General Manager Bo Rasmussen: „Unsere Entwässerungspressen mit dem Presspolster von ContiTech Vibration Control sind aus modernen Großwäschereien nicht mehr wegzudenken.“ Sie führten dazu, dass in den energieintensiven Trocknern viel weniger Wasser verdampfe. „Aus jeder Wäscheladung wird rund die Hälfte der Restfeuchte gepresst.“

Jensen gilt als einer von zwei Weltmarktführern in diesem Bereich (der andere ist Lavatec in Heilbronn). 250 Mitarbeiter fertigen in Harsum komplette Waschstraßen, etwa 100 Stück pro Jahr und alles Unikate. Sie sind besonders leistungsfähig und sparsam – und das liegt auch an anderen Stellen am Zulieferer aus Hannover.

So hat ContiTech Vibration Control auch Kautschuk-Lagerungselemente für Waschmaschinen und Trockner entwickelt. Die dämpfen einerseits Erschütterungen und verringern die Lärmbelastung, andererseits schützen sie das Lager und sorgen so für lange Haltbarkeit der Maschinen.

Lange Lebensdauer ist Pflicht

Das sei für die Anlagenbauer extrem wichtig, sagt Bo Rasmussen von Jensen-Senking. Denn die Kunden erwarteten heute, dass Entwässerungspressen bis zu 20 Jahre mit geringstem Wartungsaufwand und nahezu ohne Austausch von Verschleißteilen problemlos arbeiten können. Obwohl sie vielerorts rund um die Uhr im Einsatz sind.

Hätten Sie’s gewusst? Auch wenn die großen Waschstraßen natürlich gewaltige Mengen Wasser und Energie verbrauchen, sind sie sparsamer als jede Haushaltswaschmaschine: Statt rund 20 Liter Wasser pro Kilo Wäsche verbrauchen sie nur drei bis acht Liter. Und das wird größtenteils auch noch wiederverwendet.

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