Verpackungen

Pure-Paks für die Drinks


Elopak produziert allein im Werk Speyer 2,2 Milliarden Getränkekartons pro Jahr

Speyer. Wenn Dimitri Mirau einkaufen geht, greift er fast automatisch nach Milch oder Saft im Frischekarton: „Ich schau mir dann an, wie die Verpackung nach dem Abfüllen aussieht. Und ob alles so gut zur Geltung kommt, wie ich es mir in unserer Produktion vorgestellt habe.“

Tatsächlich ist die Wahrscheinlichkeit nicht gering, dass Mirau ein Produkt seiner Firma in die Hand nimmt: Er arbeitet als Maschinenführer bei Elopak in Speyer. Dort entstehen pro Maschine und Schicht mehr als 1 Million Verpackungen für flüssige oder pastöse Nahrungsmittel.

Giebel gegen Überschwappen

Elopak gehört zur FERD-Gruppe, einem norwegischen Industriekonzern, und hat weltweit 2011 rund 800 Millionen Euro Umsatz erzielt. Der Löwenanteil des Geschäfts wird in Europa gemacht.

Bekannt wurde das Unternehmen durch den klassischen Milchkarton mit dem Giebel, im Fachjargon Pure-Pak (sprich „Pjuurpäkk“) genannt. „Der Giebel verhindert, dass Milch oder Saft beim Öffnen herausschwappen“, erklärt Elopak-Europa-Chef Stephen Naumann, der sein Büro im Werk Speyer hat. Allein hier stellen rund 350 Mitarbeiter pro Jahr etwa 2,2 Milliarden Verpackungszuschnitte aus Verbundmaterialien her: Beschichteter Karton wird bedruckt, gestanzt und am Rand versiegelt. Dabei sind selbst aufwendige Designs auf der Verpackung kein Problem.

Auch sonst verbirgt sich in so einer Verpackung viel Knowhow: Schließlich muss sie im Abfüllprozess auch bei rasantem Tempo reibungslos funktionieren. Und nicht zuletzt trotz steigender Rohstoffpreise für Papier, Kunststoff oder Aluminium kostenmäßig im Rahmen bleiben!

Am Preis für beispielsweise den Saft im Supermarkt macht der Anteil der Verpackung zwischen 13 und 15 Prozent aus. „Der Handel will die Preise für Milch und Saft günstig halten – also gibt er seinen Kostendruck an Zulieferer wie uns indirekt weiter“, betont Naumann. „Die steigenden Kosten für Rohstoffe und Energie aufzufangen, das geht dann nur durch mehr Produktivität und Effizienz – und damit letztlich durch mehr Einsatz der Beschäftigten.“

Einsatz in Werken der Kunden

Dabei sausen die Zuschnitte ohnehin schon rasend schnell durch die Maschinen in Speyer. Und alles muss reibungslos und hygienisch einwandfrei ablaufen, bei gleichbleibender Qualität: „Da muss jeder hoch konzentriert bei der Sache sein – sonst gibt es später beim Kunden an der Füllmaschine Probleme“, sagt Werkleiter Ralf Schlüter. „Und wir möchten als Systemlieferant ja wirklich ,Rundum-sorglos-Pakete‘ liefern.“

Viele Kunden nutzen nämlich auch den Service, den Elopak bietet: von der Beratung und der Entwicklung einer geeigneten Verpackung bis hin zur Pflege und Wartung der Füllmaschinen. Bei einigen Abnehmern ist daher ständig ein Elopak-Mitarbeiter vor Ort, in einem Kundenbetrieb sogar ein komplettes kleines Elopak-Team. „In Zukunft werden diesen Service sicher noch mehr unserer großen Kunden nutzen“, meint Naumann.

Übrigens setzen längst nicht mehr nur die Molkereien und die Getränke-Hersteller auf den besonderen Karton: Auch Saucen und Speiseöl, sogar Müsli, Zucker, Reis oder Vogelfutter sind im Pure-Pak gut aufgehoben. Denn solche Packungen gibt es längst in allen möglichen Größen und Formen – vom kleinen Viertel-Liter-Karton mit Schraubverschluss bis hin zur wuchtigen Fünf-Liter-Box.

 

 

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