Weltmarktführer

Pumpen gehen auf große Fahrt


Herborner Pumpenfabrik ist Weltmarktführer bei Abwassertechnik auf Schiffen

Herborn. Sonne satt, Blick aufs Meer und auf hoher See im Pool nach Herzenslust plantschen:  Kreuzfahrten auf Clubschiffen sind beliebt. Über 300.000 Menschen buchten 2008 ihre Ur­laubsreise allein bei AIDA, Tendenz steigend.

Eine Herausforderung auch für die Industrie. Zigtausende von Gläsern, Tellern und Bestecken müssen an Bord täglich ge­spült, un­gezählte Handtücher gewaschen werden. Auch Du­schen verbraucht Wasser. Auf der Erde und erst recht auf einem  Schiff  ist  es  ein  kostbares Gut, mit dem sorgsam umgegangen wird.

So kommen zum Beispiel die Toilettenanlagen dank Vakuumtechnik mit einem halben bis eineinhalb Litern Wasser aus – üblich  sind  acht  Liter.  Pumpen transportieren selbst dickflüssiges Abwasser in die Mini-Kläranlage an Bord.

Mit der US-Navy fing alles an

Dort wird es in einem ausgeklügelten Verfahren gereinigt und aufbereitet. Der Rest-Schlamm wartet auf den nächs­ten Hafen. Klar, dass Pumpen   auf Schiffen eine be­sondere Rolle zufällt. „Die dürfen alles, nur nicht ausfallen“, sagt Wolf­ram Kuhn, Ge­schäftsführer der Her­borner Pumpenfabrik.

Der Traditions-Familienbetrieb (135 Jahre alt, 150 Mitarbeiter, 18 Mil­lionen Euro Um­satz 2008) gilt als Weltmarktführer für die Ab­wassertechnik auf Schiffen.

Mit Pumpen für die amerikanische Marine fing alles an. „Und bis heute gehören Navy und US-Küstenwache zu unseren Kunden“, so Kuhn, Urur-Enkel des Firmengründers. Zudem setzen über 70 Prozent aller Schwimmbäder in Mitteleuropa auf Technik aus Herborn. Ein weiteres Standbein: Spezialpumpen für die kommunale Ver- und Entsorgung,  für Industrie und Anlagenbau.

Motorwärme heizt Wasser

„Probleme unserer Kunden führten schon oft zu Neuentwicklungen, die sich heute  stark um Umweltfreundlichkeit und sparsamen Verbrauch drehen“, erläutert der Technische Leiter Sascha Korupp.

Alles entsteht in Ab­sprache mit den Abnehmern. Als Renner entpuppte sich eine Energiesparpumpe, die als Ne­ben­effekt durch einen Wärmetauscher Motorwärme nutzt, das Schwimmbadwasser etwas  hö­her zu wärmen. Kuhn: „Wir denken und wir hö­ren gut zu. Vielleicht ist das das Geheimnis unseres Erfolgs.“

In den letzten Jahren wurde kräftig in den Standort investiert. Über 1 Million Euro kostete allein ein neues Gebäude einschließlich Hochregallager und moderner Lackiererei.

Prunkstück der Fertigung ist die Verkettung der Bearbeitungszentren mittels Palettenhandhabungssystem.

Nächstes Ziel: eine modernere Guss-Straße. Ein Induktionsschmelzofen für die eigene Gießerei soll angeschafft werden.

Alle Zulieferer des Herborner Betriebs kommen aus deutschen Landen. Kuhn: „Herborner Pumpen sind durch und durch ,Made in Germany’.“

Maja Becker-Mohr

Die Prüfung

Was Besseres, als dieser Job, konnte mir nicht passieren.“ Tobias Henrich liebt seine Arbeit im Prüfstand. Jede Pumpe wird von ihm genau kontrolliert, ehe sie das Werk verlässt. „Schließlich muss auch der Dauerbetrieb einwandfrei funktionieren“, sagt der gelernte Energie-Elektroniker.

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