Technik

Pumpen für den Meeresboden


Bornemann baut mit an neuartiger Ölförderung

Obernkirchen. „Man muss das Terrain in der Tiefe vorsichtig erobern, damit die Natur nicht gefährdet wird“, sagt Axel Jäschke, Maschinenbauingenieur bei Bornemann, einem weltweit führenden Spezialunternehmen für Pumpen aller Art. In Obernkirchen, zwischen Deister und Weserbergland, hat er gemeinsam mit Kollegen in zehnjähriger Arbeit eine Pumpe für die Ölförderung entwickelt, die direkt auf dem Meeresboden installiert wird und Förderinseln überflüssig macht.

Man benötigt Geräte wie die neue „Subsea-Multiphasenpumpe“, die das Öl bis zu 200 Kilometer weit zum Land oder zur nächsten Sammelstation transportieren kann. Derzeit gibt es einen etwa vier Meter hohen Prototyp.

Die fertige Pumpe wird 6 Meter aufragen, rund 20 Tonnen wiegen und eine Leistung von 1.000 Kilowatt haben. „So viel wie drei bis fünf große Lkw“, sagt Jäschke. Ein großes Schwimmbecken könnte man damit in einer Stunde leer saugen. Sobald der erste Ölkonzern den Auftrag erteilt, wird das Monstrum gebaut. Das Patent ist beantragt.

Montage durch Unterwasser-Roboter

Die Pumpe kann nicht nur flüssiges Öl, sondern gleichzeitig gasförmige Kohlenwasserstoffe fördern. Das ist wichtig, denn beim Aufstieg aus der Öllagerstätte perlen manche Ölsubstanzen wie Kohlensäure im Sekt aus. In der Leitung bilden sich große Gasblasen. Bei anderen Pumpen führt das zur Funktionsstörung.

Die Subsea-Multiphasenpumpe wird in einer Tiefe von bis zu 3.000 Metern eingesetzt und auf einer stählernen Tragstruktur verschraubt werden. Für die Feinarbeit kommen dabei mit Kameras bestückte Unterwasserroboter zum Einsatz.

Tim Schröder

 

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