Anti-Dröhn-Matten

Pst! Deshalb ist es im Auto so leise


Worms. Die Reifen rollen über den Asphalt, der Motor brummt, und Regen prasselt aufs Dach – was für ein Lärm! Zum Glück gibt es Möglichkeiten, die Geräusche im Auto zu minimieren.

Die Lösung: schalldämpfende Bitumenfolien. Entwickelt und produziert werden sie zum Beispiel bei Faist ChemTec. „Die Folien schaffen es, das Blech zu beruhigen“, erklärt Jürgen Rudolph, Werkleiter in Worms. Sie hemmen die Vibrationen der Karosse, bekannt als Körperschall.

Mehr als 50.000 Tonnen verlassen im Jahr den Standort. „Etwa zwei Drittel davon gehen an die Automobilbranche“, so Jürgen Rudolph. „Die Herstellung der Folien ist fast wie Kuchenbacken“, beschreibt er. Die Hauptbestandteile wie mineralische Füllstoffe, das Bindemittel Bitumen und Kunststoffe werden vermengt. Dann rollt eine große Walze die heiße Masse aus.

Maschinenführer Heinz Peterschütz hat die Bahn im Blick: „Maße und Gewicht müssen stets stimmen.“ Ein paar Meter weiter stapeln sich ausgestanzte Formen.

Damit die Anti-Dröhn-Matten optimal wirken, werden sie auf die rohe Karosserie aufgeschmolzen. „Genau dort, wo die stärksten Schwingungen gemessen werden“, sagt Werkleiter Rudolph. Solche „Hot Spots“ befinden sich zum Beispiel an Türen, Bodenblech und am Dach.

Im Akustikzentrum werden komplette Autos akustisch vermessen. Das ist eine Wissenschaft für sich: „Geräusche kann man nicht einfach in Zahlen erfassen“, sagt Torsten Graf, Laborleiter in der Materialentwicklung. Autohersteller geben keine hörbaren Werte (Dezibel) vor, sondern fordern eine bestimmte Minderung der Vibrationen (Verlustfaktor).

Bis zu sieben Kilogramm Bitumen-Folien landen in einem Wagen

Dank Anti-Dröhn-Matten ist die Lärmbelastung im Auto in den letzten zehn Jahren um gut 30 Prozent gesunken. Akustikkomfort ist längst nicht mehr Privileg der Luxusklasse. In allen Segmenten kommen Folien zum Einsatz – im Schnitt zwischen drei und sieben Kilo.

Die neue Herausforderung lautet Leichtbau: Die Folien sollen dafür noch effizienter werden und gleichzeitig leichter. Denn das spart schließlich Sprit.

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