Zertifikat „Demografiefest. Sozialpartnerschaftlicher Betrieb“

Preis für Piller Group und das Mitarbeiter-Know-how

Osterode. Wenn der Geselle Uwe Ronge mit der Auszubildenden Jennifer Hassepaß zusammenarbeitet, sitzt jeder Handgriff. Schließlich vermittelt er sein Wissen und Können an sie und die anderen Azubis bei der Piller Group in Osterode am Harz weiter. So profitieren die Jüngeren von der Erfahrung eines Mitarbeiters wie Ronge, der seit 34 Jahren im Betrieb arbeitet – und so sollte es ja auch sein.

Die jüngeren Kollegen können nur profitieren

Doch das Unternehmen hat früh genug festgestellt, dass das allein nicht ausreicht. „Wir wissen, dass in den kommenden Jahren einige unserer Know-how-Träger in den Ruhestand gehen werden“, erklärt Geschäftsführer Detlev Seidel. „Schon seit langem beschäftigen wir uns mit der Mitarbeiterstruktur unseres Unternehmens.“ Und er hat Wege gefunden, wichtiges Firmenwissen an jüngere Mitarbeiter weiterzugeben.

Dafür ist die Piller Group jetzt sogar von Niedersachsens Wirtschaftsministerium mit dem Zertifikat „Demografiefest. Sozialpartnerschaftlicher Betrieb“ ausgezeichnet worden.

Das Ministerium vergibt das Zertifikat zusammen mit der Demografieagentur an Betriebe, die erfolgreich den Generationenwechsel vollziehen und Perspektiven für junge Mitarbeiter bieten.

Die Piller Group hat zusammen mit dem Betriebsrat und der niedersächsischen Demografieagentur zwei Pilotprojekte ins Leben gerufen. Achim Pedroß, Teamleader Proposals USV (USV gleich „Unterbrechungsfreie Stromversorgung“), hat davon als „Wissensempfänger“ profitiert. Er berichtet: „Ich habe schon mit meinem Vorgänger zusammengearbeitet, als ich noch nicht Teamleader war. Wir haben uns ständig ausgetauscht, weil das entscheidend für die Arbeit ist.“ Pedroß’ Team ist für die Angebotserstellung für komplexe USV-Systeme verantwortlich und berät Kunden vor Ort.

Für den Einbau ist – egal, ob in Europas größtem Krankenhaus in Schweden oder für ein Rechenzentrum – Expertise erforderlich. „Wir fügen unsere Anlagen zu komplexen Systemen zusammen. Dazu ist Spezialwissen absolut nötig“, erläutert Pedroß. Er war mit dabei: An je drei halben Tagen haben Referenten mit den „Wissensträgern“ und den „Wissensempfängern“ erarbeitet, was an Kenntnis wichtig ist.

„Das systematische Herangehen von außen war sehr hilfreich“, erklärt Geschäftsführer Seidel. „Die Nichtexperten von außen haben schnell unser Schlüsselwissen erkannt, das es gilt, methodisch weiterzugeben.“

„Das geht nicht mal eben in zwei Jahren“

Ohne dies würden laut Personalleiter Bernd Becker bis zu 30 Prozent der Kenntnisse unbeabsichtigt auf der Strecke bleiben. Er erläutert: „Experten, die über Jahre im Betrieb Wissen angesammelt haben, sind sich oft nicht im Klaren darüber, wie viel sie wissen.“ Bedingt durch ein tolles Betriebsklima würden viele Infos über den Tag verteilt in persönlichen Gesprächen ausgetauscht. „Das ist sehr wertvoll, und in vielen Unternehmen gibt es das so nicht“, sagt Becker.

Im Herbst wird die Piller Group das zweite Wissenstransfer-Projekt abschließen. Doch damit ist es nicht getan. „Einen Betrieb demografiefest zu gestalten, ist kein Vorhaben, das in zwei Jahren beendet ist“, weiß Geschäftsführer Seidel.


Artikelfunktionen


Diese Beiträge könnten Sie auch interessieren:

'' Zum Anfang