MegaPlast hat den Trick mit dem Vakuum drauf

Praktische Dosierspender funktionieren auch ohne Treibmittel


Villingen-Schwenningen. Die Montageanlagen der Firma MegaPlast spucken einen Dosierspender nach dem anderen aus. Julia Ebel hat deshalb alle Hände voll zu tun, um die fertigen Behälter zu verpacken.

„Da kommt übers Jahr einiges zusammen“, sagte sie. Und Produktionsleiter Martin Riesle rechnet vor: „2011 haben wir rund 130 Millionen davon produziert.“ Der Spender besteht komplett aus gut recycelbaren Kunststoffen. Seine Einzelteile werden im Spritzgießverfahren hergestellt.

Allein im Jahr 2011 hat MegaPlast – der weltweit größte Hersteller von Vakuum-Dosiersystemen – mehr als 4.000 Tonnen Rohmaterial verbraucht und daraus über eine Milliarde Einzelteile geformt.

„Unsere Kernkompetenz ist die Vakuumpumpe“, erklärt Riesle. Und so funktioniert der Spender: Durch den Pumpvorgang wird ein Vakuum erzeugt. Dadurch wird beispielsweise Creme oder Salbe aus dem Behälter gesaugt.

Größter Kunde ist die Kosmetikbranche

Der große Vorteil besteht darin, dass der Behälter nicht – wie bei den üblichen Seifenspendern – belüftet werden muss. Es besteht also nicht die Gefahr, dass die Creme durch die Umgebungsluft verschmutzt wird.

Das schätzen die Kunden: Die Kosmetik- und Körperpflege-Hersteller, weil sie so auf Konservierungsstoffe verzichten oder sie zumindest stark reduzieren können. Die Pharma-Industrie wegen ihrer hohen Anforderungen an Sauberkeit und Sicherheit.

„Derzeit machen wir über 80 Prozent des Umsatzes im Kosmetik- und Körperpflegebereich“, sagt der kaufmännische Leiter Andrew Thompson. Diese Produkte seien nicht konjunkturabhängig und würden immer stärker auch von Männern nachgefragt.

Aufgrund des großen Interesses konnte MegaPlast kräftig aufstocken: Die Zahl der Beschäftigten hat sich innerhalb von sieben Jahren auf nun 240 Mitarbeiter verdoppelt.

Und das Wachstum soll weitergehen. „In den nächsten fünf Jahren wollen wir unseren Umsatz um weitere 50 Prozent erhöhen“, so kündigt Thompson an.

Abwärme zum Kühlen und Heizen

„Dazu bauen wir in Villingen-Schwenningen eine neue Produktionshalle mit Hochregallager, in der 100 zusätzliche Arbeitsplätze entstehen werden.“ Baustart soll im März 2013 sein, ein Jahr später ist der Einzug geplant.

MegaPlast lässt sich seine neue 14.000 Quadratmeter große Fertigungshalle über 10 Millionen Euro kosten – allein für den Bau und das Energiekonzept.

Auch in Sachen Umwelt hat der Marktführer ehrgeizige Ziele. Die Halle soll ganz ohne externe Energie auskommen. Die Abwärme, die bei der Produktion in den Spritzgussmaschinen entsteht, wird zwischengespeichert und zum Heizen der anderen Bereiche genutzt. Thompson: „Nur über Weihnachten, wenn der Betrieb ruht, brauchen wir noch eine Notheizung.“

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Schlagwörter: Produktion Umwelt

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