Generika

Pillen für die Welt


Salutas Barleben produziert fast zehn Milliarden Tabletten im Jahr

Die Pharma-Industrie gehört zum Kern der ostdeutschen Chemie. Rund 80 Unternehmen mit 19.000 Beschäftigten setzen fast 8 Milliarden Euro im Jahr um, zwei Drittel davon im Export. AKTIV hat zwei Betriebe der Branche besucht.

Barleben. Ein endloser Strom von Tabletten: Fast wie bei einem Wettrennen schubsen und drängeln sich die Pillen in der Edelstahlrinne um die besten Plätze. Dann rutschen sie mit Tempo in die Verpackungsmaschine. „Im vergangenen Jahr haben wir fast zehn Milliarden Tabletten und Kapseln hergestellt“, berichtet Norbert Marquardt, Geschäftsführer von Salutas Pharma in Barleben bei Magdeburg. Rekord. 2012 wird der wohl wieder gebrochen.

Arbeit für 1.400 Beschäftigte

Die Beschäftigten des 1995 für 170 Millionen Euro errichteten Werks stellen Generika her. „Das sind wirkstoffgleiche Kopien von Arzneien, deren Patentschutz abgelaufen ist“, erklärt Marquardt.

Ihr Anteil am deutschen Pharmamarkt liegt heute bei über 60 Prozent. Damit sparen die Krankenkassen viel Geld. Denn diese Präparate sind billiger als Originale, weil für die Hersteller deutlich geringere Forschungskosten anfallen. Zugleich ist die Gewinnmarge aufgrund des scharfen Wettbewerbs geringer. Sie müssen also hohe Qualität zu geringen Kosten liefern.

„Wir haben das im Griff“, sagt Marquardt. Die Zahlen sprechen für das Werk, das einer der größten Arbeitgeber der Region ist. In den letzten drei Jahren ist die Produktion um etwa 15 Prozent gewachsen. 1.400 Mitarbeiter (inklusive 40 Azubis) fertigen über 10.500 verschiedene Produkte aus 380 Wirkstoffen.

Das Werk stellt sie für die Mutterfirma Hexal in Holzkirchen, die 1A Pharma in Oberhaching (beide Bayern) sowie seit der Übernahme durch den Schweizer Novartis-Konzern auch für dessen Generika-Sparte namens Sandoz her. Die Arzneien werden in Deutschland und über 70 Ländern der Welt verkauft.

Wachstum und schwarze Zahlen im Hochlohnland Bundesrepublik. Wie das geht? „Die Formel dafür heißt Qualität, Lieferfähigkeit und hohe Produktivität“, schildert Marquardt. Qualität und Sicherheit der Produktion würden regelmäßig von in- und ausländischen Behörden kontrolliert. „Aber wir stellen das auch intern immer wieder auf den Prüfstand.“

Ein ausgeklügeltes Management von Tablettenpressen, Kapselmaschinen und Verpackungslinien ermöglicht es, Bestellungen rasch zu liefern. Zudem verfügt das Werk über ein großes Lager und eine leistungsfähige Distribution. Schließlich verpacken und verschicken seine Mitarbeiter auch Arzneien von anderen Standorten des Konzerns.

Energie wird mehrfach genutzt

Weitgehend automatisierte Verfahren ermöglichten eine hohe Produktivität, so Marquardt: „Eine Arbeitsgruppe tüftelt immer wieder an noch besseren Abläufen.“ Selbst den Energieverbrauch nehmen die Ingenieure regelmäßig unter die Lupe. So nutzt das Werk Energie gleich mehrfach. Um die Kosten klein zu halten – für den nächsten Produktionsrekord.

Artikelfunktionen


Diese Beiträge könnten Sie auch interessieren:

'' Zum Anfang