Spitzen-Technik für Spritzen

Pharma-Hersteller B. Braun investiert am Standort Berlin 50 Millionen Euro

Berlin. Aufschließen, reinsetzen, starten, losfahren? So einfach wie bei einem frisch gekauften Auto ist die Inbetriebnahme einer neuen Verpackungsanlage nicht. Schon gar nicht in einem Pharma-Werk, in dem hohe Ansprüche an die Qualität herrschen. Wie etwa in der Fabrik für sterile Injektionslösungen, die B. Braun gerade Schritt für Schritt in Berlin hochfährt.

Intensiv tüfteln hier derzeit die Techniker. Zum Beispiel Bruno Reiniger, künftiger Maschinenführer: „Das Tempo der einzelnen Teile der Verpackungsstraße muss exakt synchronisiert werden. Damit die Ampullen heil und korrekt in die Schachteln kommen.“

50 Millionen Euro in neues Werk investiert

Und das ist nur eine von vielen Arbeiten, um die neu gebaute Pharma-Fabrik startklar zu machen. 50 Millionen Euro hat die hessische B. Braun aus Melsungen in den letzten drei Jahren in die Erweiterung in Berlin investiert. Denn das nebenan gelegene alte Werk hat seine Kapazitätsgrenze schon fast erreicht; 500 Mitarbeiter produzieren rund um die Uhr.

„Von der Investitionssumme entfielen 28 Millionen Euro auf Neubau und Gebäudetechnik, 22 Millionen flossen in die Anlagen und Maschinen“, berichtet Werkleiter Marc Riemenschneider (37).

Das ermöglicht Spitzen-Technik. So hat die neue Verpackungsmaschine ein Spezialsystem (im Fachjargon „Track & Trace“), mit dem jede Packung bei jedem Prozessschritt überwacht und registriert wird. Dafür muss die Maschinensteuerung jeweils auf die Millisekunde kommunizieren – mit den Robotern, Scannern, Kameras und Druckern der rund 30 Meter langen Anlage.

Bis zu 400 Packungen pro Minute soll diese komplexe Maschinerie einmal füllen. Und sie ist nur eine von vielen neuen Anlagen in Berlin. Nach und nach nehmen sie den Betrieb auf, einige laufen schon: große und kleine Ansatzkessel, Abfüllautomaten, Autoklaven zum Sterilisieren sowie topmoderne Lagertechnik.

In Berlin werden Injektionslösungen nach 130 Rezepturen hergestellt. „Fast 500 Millionen Kunststoff- und 80 Millionen Glas-Ampullen verließen im letzten Jahr das Werk“, zieht Werkleiter Riemenschneider Bilanz. „Damit hat sich die Produktionsmenge seit 2006 um über 60 Prozent erhöht.“

Exportquote liegt über 50 Prozent

In der neuen Pharma-Fabrik, die übrigens als besonders ökologischer Bau ausgezeichnet wurde, sollen die hochautomatisierten Anlagen mehr, schneller und preiswerter produzieren. Damit B. Braun mit Elektrolyten, Anästhetika, Antibiotika, Fett-Emulsionen und anderen Injektionslösungen für Krankenhäuser weiter im harten in- und ausländischen Wettbewerb bestehen kann. Mehr als 50 Prozent der Berliner Produkte gehen in den Export.


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