Erfindungen

Pfiffiger Facharbeiter meldet Pumpen-Patent an


Qualitätsprüfung an Pumpen: Das ist der eigentliche Job des Gießereimechanikers Thomas Pickel. Foto: Karmann

Pegnitz. Dass er sich auf seinen Mitarbeiter Thomas Pickel (36) verlassen kann, war Manfred Preißinger stets klar. „Thomas ist kein 08/15-Facharbeiter, sondern topmotiviert und ein Perfektionist“, sagt der Meister des Pumpen- und Armaturenherstellers KSB. „Aber dass er mal ein Patent anmelden würde? Hätte ich nie gedacht.“

Für Tests daheim nutzte er eine alte Herdplatte und ausrangierte Kochtöpfe

Pickel arbeitet wie Preißinger in der Qualitätssicherung des KSB-Werks im oberfränkischen Pegnitz nahe Bayreuth. Etwa drei Jahre ist es her, dass der gelernte Gießereimechaniker seinen Meister mit einem unkonventionellen Vorschlag überfiel: „Ich weiß, wie wir unsere Pumpen deutlich verbessern können“, erklärte der einstige Hauptschüler damals dem Chef. „Und erfolgreich getestet habe ich die Idee auch schon – daheim im Keller.“

Pickel ist einer, der gerne im Hobbykeller werkelt. Auf einer alten Herdplatte und mit ausrangierten Kochtöpfen bringt er vor allem Zinn zum Schmelzen. Aus dem flüssigen Metall gießt er zum Beispiel Wappen. „Macht riesig Spaß“, erzählt der KSB-Mann.

Nach Feierabend hatte er in den vergangenen Jahren aber trotzdem noch Zeit, um mit der behelfsmäßigen Ausrüstung an besseren Pumpen für die Firma zu tüfteln. Die werden aus Eisen gegossen und vor allem in der chemischen Industrie, Ölraffinerien und in Kraftwerken eingesetzt. Dort transportieren sie aggressive Stoffe wie Schwefelsäure. Die Innenwände werden häufig stark angegriffen.

Schon heute werden deshalb manche Pumpen innen mit Siliziumcarbid beschichtet – ein aufwendiges Verfahren. Pickel hat einen Weg gefunden, diese extrem harte und widerstandsfähige Keramik schon während des eigentlichen Gießens aufzutragen. Das könnte erheblich Kosten sparen.

Im eigenen Keller konnte der Tüftler allerdings nur mit Zinn, Wachs und Quarzsand für sein Verfahren experimentieren – auf Dauer nicht genug. „Die beste Idee nutzt einem nichts, wenn man sie nicht richtig umsetzen kann“, erzählt Pickel. Er bat schließlich seinen Meister um Rat und Hilfe – und schlug weitere Tests in der KSB-Gießerei vor.

Überraschung und Skepsis seines Chef waren zu Beginn groß, aber schnell verflogen. Und mittlerweile haben auch die anderen Kollegen großen Respekt vor Pickels Kreativität. Die Werkstoff-Experten von KSB treiben nun die Idee ihres Gießereimechanikers im firmeneigenen Labor voran.

Die Aussichten, dass das Verfahren einmal angewendet wird, stehen nicht schlecht. KSB hat es jedenfalls schon zum Patent angemeldet. Als Erfinder eingetragen ist Pickel. Der Facharbeiter ist sehr stolz darauf – und dankbar für die Unterstützung von Firma und Kollegen: „Ohne die Möglichkeiten bei KSB wäre es nie so weit gekommen.“

Artikelfunktionen


Diese Beiträge könnten Sie auch interessieren:

Persönlich

Wie kamen Sie zu Ihrem Beruf?
Als Schüler war ich bei der Jobberatung in der Berufsschule. Dort hat mir die Vorstellung des Gießereimechanikers gut gefallen.

Was reizt Sie am meisten?
In einem technischen und naturwissenschaftlichen Beruf gibt es immer etwas zu verbessern. Ich bin sehr hartnäckig und beiße mich gerne an Aufgaben fest.

Worauf kommt es an?
Als Qualitätsprüfer muss ich stets genau hinschauen und kontrollieren, ob Standards eingehalten werden.

Unternehmen in diesem Artikel

KSB AG

Map
KSB AG
Bahnhofsplatz 1
91257 Pegnitz

Zum Unternehmensfinder
Adventskalender-Gewinnspiel

Service-Angebote auf AKTIVonline:

Wirtschaftslexikon
Unternehmensfinder
Energiespar-Rechner
Messe-Kalender
Ferien-Kalender
'' Zum Anfang