Netzwerk

Perfekt gewickelt


Münch Racing holt Weltmeister-Titel mit Elektromotor der Antriebstechnik KATT Hessen

Homberg (Efze). Rasant legt sich Matthias Himmelmann mit seinem Elektro-Motorrad in die Kurve und rauscht auf der Geraden mit mehr als 200 Stundenkilometern an den Zuschauern vorbei. Dicht gefolgt von einem italienischen Fahrer, der wie Himmelmann beim Grand Prix für Elektro-Bikes im spanischen Albacete Weltmeister werden will.

Doch gegen die Hightech-Maschine Münch TTE-1 und das fahrerische Geschick des Hessen hat der Italiener keine Chance. Nach der letzten Runde steht fest: Weltmeister ist das Team von Münch Racing aus Witzenhausen mit seinem Fahrer Himmelmann.

Das Netzwerk macht’s möglich

„Dieses Rennen zu verfolgen, war für mich spannender als jeder Tatort-Krimi im Fernsehen“, sagt Konrad Kadletz, geschäftsführender Gesellschafter  von Antriebstechnik KATT Hessen (AKH) aus Homberg (Efze). Denn bei AKH wurde der elektrische Antrieb der Maschine entwickelt und genau auf diesen Wettkampf eingestellt.

„Damit hatte das Bike trotz 120 Kilogramm schwerer Batterie deutlich mehr Power und konnte sich so die letzten, entscheidenden Weltmeisterschaftspunkte sichern“, erläutert Kadletz’ Partner Uwe Guthardt. Nach dem großen Erfolg soll das Weltmeister-Fahrzeug die Basis legen für die Serienfertigung alltagstauglicher Elektromotorräder in Nordhessen.

Eine wichtige Rolle spielt dabei das Netzwerk „Die MaschinenbauPartner“, zu dem auch AKH gehört. Es wurde gegründet, um die in der Region vorhandenen Kompetenzen und Ressourcen zum Bau von Sondermaschinen zu bündeln und über Firmengrenzen hinweg Komplettlösungen aus einer Hand anzubieten. „Und genau davon profitiert auch Münch“, erläutert Volker Nicolai, Manager des Netzwerks („Cluster“).

Das Herzstück des Motorrades, die Antriebstechnik, wird auch in Zukunft von AKH geliefert. Die Weiterentwicklung von Elektromotoren wird von den Hombergern weiter vorangetrieben.

Zu finden sind die perfekt gewickelten Antriebe im Maschinenbau, auf Prüfständen in der Automobil-Industrie, in Kränen, Pumpen und Säge-Anlagen. Kunden sind mittelständische Unternehmen und Großkonzerne wie Siemens sowie alle führenden Pkw- und Lkw-Hersteller.

Läuft ein normaler Dieselmotor mit maximal 5.000 Umdrehungen pro Minute, schaffen die Elektro-Antriebe von AKH 18.000 Umdrehungen und mehr. „Und das unter dauerhafter Belastung“, betont Kadletz. „Hohe Drehzahlen schaffen viele, doch die dabei entstehenden enormen Fliehkräfte und große Wärme bekommt kein anderer so gut in den Griff wie wir.“

Energie für das  öffentliche Netz

Hauptaugenmerk liegt auch auf der Energie-Effizienz der Antriebe und auf Energierückgewinnung. Bei Motorprüfständen lässt AKH die überschüssige Leistung ins öffentliche Netz einspeisen.

Und genau dieses Know-how fließt nun auch in die Entwicklung der E-Mobilität. Denn eines der größten Probleme dabei ist die effizientere Energienutzung zur Verbesserung von Leistung und Reichweiten. Guthardt „Beim e-Bike haben wir gezeigt, dass wir genau das beherrschen.“

 

Antriebstechnik KATT Hessen

Seit mehr als 80 Jahren arbeitet AKH an der Weiterentwicklung von Elektromotoren. Neben standardnahen Motoren für unterschiedlichste Einsatzbereiche liegt die Stärke des Unternehmens in der Entwicklung und Produktion von kundenspezifischen Sonderantrieben. Aktuell beschäftigt Antriebstechnik KATT Hessen 155 Mitarbeiter, darunter 12 Auszubildende. Für 2010 wird ein Umsatz von rund 12 Millionen Euro erwartet. www.akh-antriebstechnik.de

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