Innovation aus Lüneburg

Panasonic entwickelt Elektronik auch für andere Firmen – und erleichtert uns den Alltag

Lüneburg. Die Herausforderung hatte es in sich. „Der Lieferant stand eigentlich fest – doch dann bekamen wir die Möglichkeit, den Kunden doch noch zu gewinnen“, erinnert sich Pierre Lindemann (27), Produktmanager beim Elektro-Unternehmen Panasonic. Es galt, binnen einer Woche einen neuartigen Batteriepack zu konstruieren.

Das war vor gut einem Jahr, Lindemann, ein studierter Wirtschaftsingenieur, ware gerade zu Panasonic gewechselt. „Es war ein dreiköpfiges Projektteam. Wir haben tagsüber gegrübelt und auch nachts Ideen per Telefon und Mail ausgetauscht.“ Am Ende hat es gereicht: „Der Vorschlag von Panasonic hat überzeugt. Obwohl wir hochpreisiger waren als der Wettbewerb. Was zählte, waren Zusammenarbeit, Innovation und Qualität.“

Das ist typisch Panasonic in Lüneburg: Man setzt alles daran, sich am Hochlohnstandort Deutschland durch umso bessere Leistung zu behaupten. Seit 28 Jahren ist das Unternehmen im Norden Niedersachsens präsent – es war dort also schon vor dem Fall des Eisernen Vorhangs. „Anfangs bekamen wir Elektronik-Komponenten geliefert, die wir hier zu Baugruppen für TV- und Videogeräte zusammenschraubten“, berichtet Geschäftsführer Udo Bachsmann. Doch schnell war klar: Gegen osteuropäische Billigstandorte konnte man sich nicht behaupten. Panasonic reagierte und verlagerte die Produktion in die Slowakei.

In der Nordheide blieb das Herz: die Forschung und Entwicklung. „Wir setzen auf das, was diesen Standort besonders stark und einmalig macht – Know-how und Flexibilität“, sagt Bachsmann. Und bringt es auf den Punkt: „Es sind die Mitarbeiter!“ Aktuell sind es 233, allein letztes Jahr sind 43 dazugekommen.

Dabei geht es nur noch selten um Unterhaltungselektronik – sondern um Standardprodukte und kundenspezifische Lösungen für die Bereiche Industrie- und AutomotiveElektronik: Wo auch immer ein Unternehmen um Hilfe bittet, treten die Ingenieure, Techniker, Designer und Vertriebler in Aktion.

Als der Haushaltsgeräte-Hersteller Vorwerk Innovationen für seine Küchenmaschine Thermomix benötigte, wurde das Panasonic-Projektteam kurzerhand zu einer Gruppe von Hobbyköchen. „Damit wir uns in die Anwendergruppe und schließlich ins Produkt besser hineindenken konnten“, erklärt Produktmanager Lindemann. Und als der Motorsägen-Hersteller Stihl eine handliche Elektrosäge auf den Markt bringen wollte, legten die Panasonic-Spezialisten zuerst mal im Wald selbst Hand an, um zu wissen, worauf es ankommt. „Auch hier konnten wir eine passgenaue Lösung mit unseren Kunden entwickeln.“

Auf die eine oder andere Art, so Lindemann, „kommt man täglich mit den Ergebnissen unserer Arbeit in Berührung. Schon morgens, wenn man Kaffee kocht, im Internet surft, mit dem Auto zur Arbeit fährt.“ Denn im Kundenauftrag hat man hier auch das Netzteil für Küchengeräte entwickelt, das Funkmodul für Bluetooth-Verbindungen und die Spannungsstabilisierung für die Start-Stopp-Automatik im Auto. Und neue Aufgaben warten schon. So beschäftigt der Trend zur Robotik-Industrie die Spezialisten aus der Heide, und man forscht an qualitativ hochwertigen Audioverstärkern für Fahrzeuge.

Und wie kommt man auf so gute Ergebnisse? Gruppenleiter Thomas Blume (47) hebt die soziale Interaktion hervor. „Wir fangen jede Aufgabe im Team an, und wir bringen sie auch im Team zu Ende.“ Blume ist seit 17 Jahren bei Panasonic. Im Rückblick sagt er: „Gemeinsam mit unseren Kunden zum Erfolg – das ist es, was Panasonic ausmacht.“


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