Das kommt nach dem Abitur

„P-Seminar“ für Schüler zeigt: Auch Umwege führen zum Traumjob

Mallersdorf-Pfaffenberg. Raus aus der Schule, rein in den Beruf. Doch in welchen? „Für viele Schüler steht da ein großes Fragezeichen“, sagt Cornelia Landesberger. Das soll sich ändern. Die Lehrerin am Burkhart-Gymnasium in Mallersdorf-Pfaffenberg bei Dingolfing (Niederbayern) unterrichtet neben Deutsch und Latein ein besonderes Fach: Studien- und Berufswahl.

„Total wichtig“, findet das Landesberger (52), selbst Mutter von drei Teenagern. Der Kurs ist Teil des Praxis- oder „P-Seminars“, das seit 2009 Pflicht für Oberstufenschüler in Bayern ist. Neben Projektarbeit beschäftigen sich die 16- und 17-Jährigen zwei Schulstunden pro Woche damit, was sie später werden wollen.

Landesberger war eine der Ersten, die an ihrer Schule ein solches Praxis-Seminar auf die Beine stellte. Jetzt ist die engagierte Pädagogin wieder vornedran: Mit Kollegen aus ganz Bayern hat sie ein Handbuch entwickelt und getestet, das Schülern dabei hilft, die Welt der Berufe zu erkunden. Es wird nun an alle bayerischen Gymnasien verteilt. Die Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft (vbw), das bayerische Kultusministerium und die Stiftung der Deutschen Wirtschaft fördern dieses Projekt.

Was will ich? Was kann ich? Und was gibt es überhaupt? Das finden die Schüler Schritt für Schritt mit ihrer Lehrerin heraus. Landesberger schlüpft gern in die neue Rolle der Ratgeberin. Da ist etwa Andreas, der eigentlich vorhatte, Luft- und Raumfahrt zu studieren. Eine Hausaufgabe fürs P-Seminar half ihm auf die Sprünge. Er schaute sich auch andere Studienfächer an und entschied sich schließlich für Chemie: „Weil das einfach besser zu mir passt.“

Oder Maria. Seit dem Praktikum in einem Maschinenbau-Betrieb will sie ins internationale Management. Im P-Seminar fand sie heraus, dass neben privaten auch staatliche Hochschulen dorthin führen.

Manchmal führt ein Umweg zum Traumberuf

„Man darf sich nie entmutigen lassen“, sagt Landesberger immer wieder. Manchmal führt auch ein Umweg zum Ziel, wie die Lehrerin aus eigener Erfahrung weiß. Sie konnte nach dem Abitur „einfach keine Bücher mehr sehen“, lernte Goldschmiedin und sattelte später auf ihren Traumberuf um.

„Falls was nicht klappt, braucht ihr einen Plan B“, ermuntert Landesberger die Jugendlichen, Neues zu entdecken. Jonas hatte vor dem P-Seminar „keine Ahnung“, was er beruflich machen soll. Jetzt hat er ein Ziel: Wirtschaftsingenieur.

Darauf kam er durch das Seminar. Er entwarf ein cooles Produkt im antiken Stil, wie seine Mitschüler. In seinem Fall war es ein Alu-Sessel in Sänften-Form. Beim Bauen hilft jetzt sein Opa – er hat einen Metallbetrieb.

Läuft es einmal nicht so glatt, ist Landesberger für ihre Schüler da. „Halb so schlimm“, sagt sie dann. „Wichtig ist, dass ihr wisst, wie es nach der Schule weitergeht.“

Persönlich

Wie kamen Sie zu Ihrem Beruf?
Schon als Schülerin habe ich Förderunterricht für die Unterstufe gegeben. Es macht mir Spaß, anderen etwas beizubringen.

Was reizt Sie am meisten?
Dass ich mit Jugendlichen zu tun habe. Mir geht es darum, sie zum eigenverantwortlichen Denken und Leben anzuleiten. Das P-Seminar passt gut dazu.

Worauf kommt es an?
Das Wichtigste ist, dass man seine Schüler mag. Dass man ihnen Mut macht und sie auch mal tröstet, wenn etwas schiefgelaufen ist.


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